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Ostern in Kita und Kindertagespflege: Sprachbildung und Inklusion mit allen Sinnen erleben

Hasen, Eier, Knospen, das erste Grün: Rund um Ostern begegnen Kinder einer Fülle an sensorischen Erlebnissen, die sich unmittelbar für frühkindliche Sprachbildung und inklusive Teilhabe nutzen lassen. Viele Alltagssituationen bieten Anlässe, Wortschatz, Syntax und Mehrsprachigkeit spielerisch zu erweitern und dabei alle Kinder gleichermaßen einzubeziehen. Das Konzept der alltagsintegrierten Sprachbildung, wie es etwa das Deutsche Jugendinstitut in seinen Grundlagenkonzepten für die Kita entwickelt hat, und das Prinzip des Universal Design for Learning (UDL), das Teilhabe durch multimodale Zugänge sichert, ergänzen sich dabei auf natürliche Weise: Wenn alle Kinder – unabhängig von sprachlichen, motorischen oder kognitiven Voraussetzungen – gemeinsam erleben, entdecken und benennen, entsteht inklusive Bildung, wie wir sie uns wünschen. Im Folgenden ein paar Ideen für die praktische Umsetzung im Alltag von Kitas und Kindertagespflege.

 

Mit dem Oster-Wortkarten-Spiel die Sprachbildung fördern

So können die Kinder beim Spaziergang oder im Garten gemeinsam mit den Fachkräften oder Kindertagespflegepersonen Wörter sammeln rund um das, was sie sehen und fühlen („hoppeln“, „Knospe“, „verstecken“, „bunt“ …). Auf Wortkarten festgehalten werden die Begriffe anschließend für Assoziationsspiele genutzt. Besonders wertvoll: Kinder mit anderen Erstsprachen bringen ihre eigenen Begriffe ein (etwa „tavşan“, türkisch für Hase). Auf diese Weise entsteht ein mehrsprachiges Wörterposter, das Sprache als gemeinsamen Schatz erfahrbar macht. Dieser Ansatz stärkt zugleich die Literacy-Entwicklung, also das grundlegende Verständnis für Schriftsprache und Texte in früher Kindheit. Praxisnahe Materialien dazu bietet das Kita-Portal der Stiftung Lesen. 

Ebenso lassen sich Bilderbücher zu Frühling und Ostern dialogisch vorlesen, wobei die Kinder eigene Geschichten dazu erfinden können. Man kann gemeinsam ein „Frühlings-ABC“ gestalten, zu dem jedes Kind einen Begriff beisteuert, oder auch Naturmaterialien wie Zweige, Federn und Steine benennen, beschreiben und vergleichen.

 

Über die Sprache zur Teilhabe: inklusive Ansätze rund ums Fest

Was für die Sprachbildung gilt, gilt auch für inklusive Ansätze: Es braucht keine aufwendigen Sondermaterialien, sondern vor allem die durchdachte Einbeziehung alltäglicher Situationen. Dann lässt sich inklusive Teilhabe gerade zur Osterzeit besonders lebendig umsetzen. Zum Beispiel, indem große, aus einfachen Materialien geformte oder gesammelte Eier gemeinsam bemalt und mit Piktogrammen versehen werden, etwa für „suchen“, „teilen“ oder „ich bin dran“. Im Morgenkreis können sie zum Beispiel als Redestein dienen: Wer das Ei hält, ist an der Reihe zu erzählen. Beim gemeinsamen Eiersuchen signalisiert das Piktogramm „teilen“, dass ein Ei an ein anderes Kind weitergegeben wird. Die visuell gestützte Regelkommunikation hilft Kindern mit Sprachentwicklungsverzögerungen oder eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit. Durch taktile Gestaltung – raue Oberflächen, Noppen – sind die Eier zudem für Kinder mit Sehbeeinträchtigung gut nutzbar. 

Oder wie wäre es mit einer barrierefreien Variante der Ostereiersuche, bei der die Eier nicht nur versteckt, sondern auch durch akustische Signale wie Klingeln oder Rascheln auffindbar sind? Bildkarten mit Osterszenen zur Kommunikationsunterstützung ermöglichen es allen Kindern, gleichermaßen am Erzählen und Nachbesprechen teilzuhaben. 

Die Osterzeit zeigt einmal mehr: Frühkindliche Bildung braucht oft keine aufwendigen Materialien, sondern vor allem aufmerksame Fachkräfte, die alltägliche Momente in Bildungsgelegenheiten für alle verwandeln.

Mit dem KiTa-Qualitätsgesetz legt der Bund einen Fokus auf die sprachliche Bildung – in diesem Handlungsfeld muss jedes Land mindestens eine Maßnahme ergreifen.

Ein Junge bastelt für das Osterfest.

Ostern bietet Anlässe für spielerische Sprachbildung.