Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) hat den fünften Monitoringbericht zum KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz (KiQuTG) veröffentlicht. Er zeigt: In den letzten Jahren konnten Qualität und Teilhabe vielfach verbessert werden, trotz oft angespannter Personalsituation. Gleichzeitig gibt es weiterhin Entwicklungspotentiale – und nach wie vor große Unterschiede zwischen den Ländern.
Frühe Bildung legt das Fundament für Erfolg in Schule, Ausbildung und Beruf, für die Entwicklung der Persönlichkeit und das Entdecken der eigenen Stärken. Jeden Tag, überall in Deutschland. Der mit insgesamt 110.000 Euro dotierte Deutsche Kita-Preis würdigt herausragende Bildungsarbeit mit den Auszeichnungen „Kita des Jahres“ und „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“.
In Deutschland gibt es ein breites und gutes Betreuungsangebot. Gleichzeitig steht das System vor großen Herausforderungen, etwa durch die vielerorts angespannte Fachkräftesituation, sinkende Kinderzahlen und regional sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Diese weiter zu verbessern, bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Mit dem KiQuTG unterstützt der Bund deshalb die Länder seit 2019 bei der Weiterentwicklung der Qualität und Teilhabe in der Kindertagesbetreuung. Begleitet wird das Gesetz durch ein Monitoring, das den aktuellen Stand und die erreichten Fortschritte bei dessen Umsetzung beleuchtet. Zentrale Ergebnisse des jetzt veröffentlichten Berichts auf Basis der Daten der amtlichen Statistik und der Befragungen des Deutschen Jugendinstituts sind:
- 2024 flossen rund 83 Prozent der Bundesmittel in Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung, z. B. zur Verbesserung des Personal-Kind-Schlüssels, zur Stärkung der Fachberatung, für mehr Leitungsressourcen oder in die Verbesserung der Praxisanleitung.
- In Maßnahmen zur Entlastung der Eltern bei den Beiträgen wurden rund 17 Prozent der Bundesmittel investiert.
- In einigen Bereichen gab es von 2023 zu 2024 sowie seit Inkrafttreten des KiQuTG 2019 bundesweit Verbesserungen – z. B. beim Personal-Kind-Schlüssel, bei der Gewinnung von Fachkräften und bei Zeitkontingenten für Leitungen.
- Beobachtungsmethoden zur Sprachstandserhebung werden in Kitas fast flächendeckend eingesetzt – standardisierte Sprachscreenings und Sprachentwicklungstests dagegen noch nicht.
- Insgesamt bestehen die teils deutlichen Unterschiede zwischen den Ländern fort. So lagen 2024 die Personal-Kind-Schlüssel weiterhin deutlich auseinander – die Spanne in Gruppen für unter dreijährige Kinder reichte von 2,9 bis 5,5 Kindern pro pädagogisch tätiger Person.
- Ebenfalls große Unterschiede gibt es zwischen den Ländern weiterhin bei den vertraglich festgelegten Leitungsaufgaben: Der Anteil an Kitas, die keine Personen vertraglich für Leitungsaufgaben angestellt haben, reichte 2024 von 1,5 Prozent (Thüringen) bis 22 Prozent (Bremen).
Die Ergebnisse des Monitoringberichts zeigen: Um bundesweit gleichwertige Lebensbedingungen im Bereich der frühkindlichen Bildung zu erreichen, sind weitere Anstrengungen notwendig. Daher legt die Bundesregierung mit dem weiterentwickelten KiTa-Qualitätsgesetz einen noch stärkeren Fokus auf die Qualität und unterstützt die Länder in den Jahren 2025 und 2026 mit insgesamt rund 4 Milliarden Euro.
Zudem will der Bund sein Engagement auch über 2026 hinaus fortsetzen: Der Koalitionsvertrag für die 21. Legislaturperiode sieht vor, das KiQuTG ab 2027 durch ein Qualitätsentwicklungsgesetz (QEG) abzulösen. Darin sollen insbesondere eine verpflichtende Sprach- und Entwicklungsstandserhebung bei Vierjährigen sowie anschließende Fördermaßnahmen bei ermittelten Förderbedarf der Kinder geregelt werden. Zudem soll eine zusätzliche Förderung der „Sprach-Kitas“ und „Startchancen-Kitas“ in das Qualitätsentwicklungsgesetz integriert werden.
Weitere Links:
Der gesamte Monitoringbericht zum Download: https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/280340/9e68ea77118357e13d613fe9f2ba1d9f/monitoringbericht-zum-kiqutg-2025-data.pdf
Weitere Informationen zum KiTa-Qualitätsgesetz: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/themen/familie/kinderbetreuung/fuer-gute-kinderbetreuung-bundesweit-das-kita-qualitaetsgesetz-209046
Weitere, detailliertere Daten: https://www.forschungsverbund.tu-dortmund.de/forschungsfelder/kindertagesbetreuung/aktuelle-projekte/kindertagesbetreuung-indikatorengestuetzte-dauerbeobachtung-mit-amtlichen-daten-k-ida