Wie gelingt gute frühe Bildung in herausfordernden Zeiten? Die deutschen Ergebnisse der OECD-Studie TALIS Starting Strong wurden am 4. Dezember 2025 vorgestellt. Sie zeigen, wo die frühe Bildung in Deutschland besonders stark ist – und wo es noch Luft nach oben gibt.
Wie sieht der Alltag in der frühen Bildung aus? Wie steht es um die Arbeitsbedingungen für das Personal – und seine Qualifizierung? In Zeiten von Fachkräftemangel und steigenden Anforderungen steht die frühkindliche Bildung vor zahlreichen Herausforderungen. Mit der nun veröffentlichten Studie liefert die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) unter dem Titel „Building Strong Early Childhood Education and Care Systems“ eine umfassende internationale Bestandsaufnahme. An der Erhebung nahmen Fach- und Leitungskräfte aus 17 Ländern teil – insgesamt wurden über 25.000 Personen befragt.
Hoher Bildungsanspruch und große Engpässe
Die deutschen Ergebnisse zeigen: Die direkte Interaktion mit Kindern hat hierzulande einen besonders hohen Stellenwert. In vielen Einrichtungen entfallen darauf mehr als 85 Prozent der Arbeitszeit von pädagogischen Fachkräften. Reflexionen, Absprachen und Einblicke in andere Gruppen sind für viele selbstverständlicher Teil des Arbeitsalltags. Das belegt das ausgeprägte professionelle Selbstverständnis und den hohen Bildungsanspruch der Fachkräfte – und zwar sowohl bei Kindern von null bis drei Jahren als auch bei Kindern über drei Jahren.
Die Studie zeigt jedoch auch strukturelle Engpässe auf: Eine geringe Personalausstattung, Engpässe und Ausfälle und die daraus resultierende hohe Belastung für die Beschäftigten gehören zu den größten Herausforderungen. Außerdem besteht Weiterbildungsbedarf: etwa im Bereich Inklusion, bei der Sprachförderung oder der Arbeit mit Kindern mit nichtdeutscher Familiensprache.
Insgesamt zeigen die Daten deutlich: Die frühe Bildung in Deutschland stellt hohe Ansprüche an sich selbst. Fachkräfte brauchen eine gute Leitung, stärkere Unterstützung im Alltag und verlässliche Ressourcen, um ihre wichtige Arbeit bestmöglich auszuüben.
Die deutsche Teilnahme an der Studie wurde durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit Unterstützung durch die Europäische Kommission finanziert. Die Umsetzung der Studie in Deutschland übernahm das Deutsche Jugendinstitut (DJI). Weitere internationale und nationale Berichte werden folgen.
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