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Girls‘Day und Boys‘Day – der Zukunftstag zur Beruflichen Orientierung

Bauklötze

Am 25. April finden bundesweit der Girls’Day und Boys’Day statt. An diesen Aktionstagen haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Einblicke in Berufsfelder zu erhalten, in denen Männer und Frauen bisher ungleich repräsentiert sind. Die Aktionstage Girls’Day und Boys’Day werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Der Girls’Day wird ebenfalls vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Mit bundesweit mehr als 20.000 Angeboten und insgesamt mehr als 175.000 Plätzen für Schülerinnen und Schüler gibt es in diesem Jahr so viele Möglichkeiten am Aktionstag wie noch nie zuvor.

2001 fand der erste Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag in Deutschland statt und wird seitdem jährlich angeboten. Der Aktionstag soll Mädchen Einblicke in Berufe oder Studienfächer geben, in denen der Frauenanteil unter 40 Prozent liegt, zum Beispiel in den Bereichen IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik. Der erste Boys’Day wurde 2011 organisiert. Jungen sollen mit dem Aktionstag auf Arbeitsfelder mit geringem Männeranteil aufmerksam gemacht werden. Neben Bereichen wie Gesundheit und Pflege liegt in diesem Jahr ein besonderer Fokus auf dem Erzieherberuf.

Mit Workshops und Aktionen werden Einblicke in den Alltag verschiedener Berufe gegeben. Mädchen und Jungen können ihre Fähigkeiten praktisch erproben, erhalten direkte Antworten auf ihre Fragen und können erste Kontakte knüpfen. Dadurch können sie ihre eigenen Talente entdecken und neue Interessen entwickeln. Die Aktionstage tragen dazu bei, Geschlechterklischees aufzubrechen und den Blick für die individuellen Stärken und Interessen jeder Einzelnen und jedes Einzelnen zu schärfen. Indem sie jungen Menschen ermöglichen, über den Tellerrand traditioneller Berufsbilder hinauszuschauen, tragen sie zur Schaffung einer diversen und inklusiven Arbeitswelt bei.

Männer als Erzieher

Besonders mit Blick auf die Fachkräftelücke im frühkindlichen Bereich, ist es wichtig, das Ungleichgewicht der Geschlechter in der Kindertagesbetreuung anzugehen. Trotz der wichtigen Impulse, die Männer in die frühkindliche Bildung und Betreuung einbringen können, bleibt der Erzieherberuf weiterhin überwiegend von Frauen dominiert. Nur 7,2 Prozent der pädagogischen Fachkräfte in Kitas sind Männer, da ist also noch Platz für mehr! (Quelle: Monitoringbericht zum KiTa-Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz 2023). Eine ausgewogene Geschlechterverteilung in Kitas und Schulen ist entscheidend für die Förderung von Vielfalt und die Bereitstellung verschiedener Rollenvorbilder. Männliche Erzieher spielen dabei eine besonders wichtige Rolle, da sie Kindern, insbesondere Jungen, zeigen, dass Fürsorge und Empathie keine ausschließlich weiblichen Eigenschaften sind. Darüber hinaus können mehr Männer im Erzieherberuf dazu beitragen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Väter, die in sozialen Berufen tätig sind, fungieren als wichtige Rollenmodelle und ermutigen andere Männer, sich ebenfalls aktiv in die Erziehung einzubringen.

Der kommende Boys’Day am 25. April 2024 bietet Jungen u.a. die Möglichkeit, den Erzieherberuf kennenzulernen und sich für dieses Berufsfeld zu interessieren. Durch die Förderung männlicher Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung kann der Aktionstag dazu beitragen, die Attraktivität des Erzieherberufs für Jungen und Männer zu steigern und somit eine größere Vielfalt in diesem wichtigen Bereich zu schaffen.

Maßnahmen zum Einstieg in den Erzieherberuf

Das BMFSFJ hat mit der „Fachkräfteoffensive“ (2019 – 2021) einen wichtigen Anstoß für die vergütete, sozialversicherungspflichtige Ausbildungen in allen Ländern geleistet. Damit wurden erfolgreich zusätzliche Personengruppen für den Beruf gewonnen, die ohne die Vergütung diese Ausbildung nicht begonnen hätten. Damit wurden gleichzeitig neue Perspektiven eröffnet - insbesondere Männer konnten dafür gewonnen werden, sich langfristig im Erzieherberuf zu engagieren.  

Der Ausbau der Kindertagesbetreuung und die Verbesserung der Betreuungsqualität sowie der ab 2026 geltende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen werden den Bedarf an pädagogischen Fachkräften in den kommenden Jahren weiter steigern. Daher ist es von zentraler Bedeutung, genügend Erzieherinnen und Erzieher für diese wichtige Aufgabe zu gewinnen und zu halten. Mit der Gesamtstrategie „Fachkräfte in Kitas und Ganztag“ verfolgt der Bund daher das Ziel, genügend qualifiziertes Personal für die frühkindliche Bildung und Betreuung zu gewinnen und langfristig zu sichern.

Darüber hinaus bietet das BMFSFJ mit der Beratungsstelle Fachkräfte für Kitas und Ganztag an Grundschulen eine bundesweite Hotline, an die sich Interessierte mit Fragen zu Ausbildungs- und Berufseinstiegsmodellen, zur Finanzierung von Aus- und Weiterbildungen und zu Zugangsvoraussetzungen für die Berufsfelder Kita und Ganztagsgrundschule wenden können.

 

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Rückschau: Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive“

Beratungsstelle Fachkräfte