Symbol für wichtige Arbeit und Wertschätzung für herausragendes Engagement: Zum achten Mal würdigte das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und weiteren Partnern in Berlin Einrichtungen der frühen Bildung und Betreuung mit dem Deutschen Kita-Preis.
In ihrer Eröffnungsrede betonte Bundesbildungsministerin Karin Prien die Bedeutung guter Bildungsarbeit für Chancengerechtigkeit von Anfang an: „Die Arbeit unserer Kitas ist von unschätzbarem Wert - sie sind Orte, an denen Kinder Vertrauen, Empathie und soziale Stärke gewinnen. Der Deutsche Kita-Preis zeigt eindrucksvoll, welch herausragende Konzepte Fachkräfte, Initiativen und Träger jeden Tag entwickeln, damit Kinder mit Freude und Neugier die Welt entdecken können. Absehbar sinkende Kinderzahlen sind auch eine Chance für mehr Qualität: Die sogenannte demografische Rendite ermöglicht mehr Fachkräfte pro Kind, kleinere Gruppen und mehr individuelle Förderung. Diese Qualitätssprünge müssen wir nutzen - und zugleich dort mehr Kitaplätze schaffen, wo Familien besonders viel Unterstützung brauchen. Denn jedes Kind in Deutschland verdient die besten Startchancen.“
Kitas aus Rheinland-Pfalz und Schleswig Holstein ausgezeichnet
Ab sofort darf sich die Inklusive Kita Unkel aus Rheinland-Pfalz „Kita des Jahres 2025“ nennen. Als inklusiver Ort für Kinder mit und ohne Beeinträchtigung hat die Einrichtung die Jury überzeugt: Echte Teilhabe trotz höchst individuellen Unterstützungsbedarfs steht in Unkel im Mittelpunkt. Eine große Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit über die Grenzen des eigenen Hauses hinweg. So pflegt die Kita eine enge Beziehung zu einem nahegelegenen heilpädagogischen Zentrum und setzt Therapien mit geschultem Fachpersonal direkt bei sich um. Beeindruckt zeigte sich die Jury auch von einem innovativen Ansatz, der den Übergang von der Kita in die Schule erleichtert: Bei regelmäßigen Besuchen in der örtlichen Grundschule lernen die Kinder Räume, Klassen und Lehrkräfte kennen, nehmen an Projekten teil und erleben Schulveranstaltungen. Mit diesem Einsatz für Bildung und Chancen für alle Kinder hat sich die Kita das Preisgeld von 25.000 Euro redlich verdient. Dazu wartet noch eine Überraschung auf die Kinder: Im nächsten Jahr kommt der Kinderkanal (KiKA) von ARD und ZDF zu Besuch.
Der zweite Platz in der Kategorie „Kita des Jahres“ geht ebenfalls nach Rheinland-Pfalz: Die Kita St. Nikolaus aus Kirchen (Sieg) freut sich über ein Preisgeld von 15.000 Euro. Den dritten Platz und ein Preisgeld von 10.000 Euro konnte sich die Kindertagesstätte Moordamm aus Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein sichern.
Lokale Bündnisse für frühe Bildung: Preise für Bündnisse aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern
„Was brauchen junge Kinder und ihre Familien, um Übergänge gut zu meistern – von der Eingewöhnung in die Krippe und den Ü3-Bereich der Kita über die Schule und darüber hinaus?“ Mit dieser Frage beschäftigen sich die Präventionsketten im Landkreis Peine – und belegen damit den ersten Platz in der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“. Das Bündnis bietet Kita-Kindern in Peine mit gleich mehreren innovativen Ansätzen Orientierung und Sicherheit: Schon vor dem Schuleintritt erhalten sie etwa ein von Schulkindern gestaltetes Willkommensbuch und werden in den ersten Schulwochen von Fachkräften aus ihrer Kita begleitet. Die Verantwortlichen verschiedener Institutionen arbeiten dabei sehr eng zusammen – und haben auch die Kinder im Blick, die in besonders herausfordernden Situationen aufwachsen. Dementsprechend soll auch das Preisgeld von 25.000 Euro direkt den Kindern und ihren Familien zugutekommen.
Den zweiten Platz in der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ und ein Preisgeld von 15.000 Euro gewann der Blau-Weiße Bewegungsraum aus Bochum. Den dritten Preis, dotiert mit 10.000 Euro, sicherte sich das Bündnis für Familienbildung im Landkreis Mühldorf am Inn aus Bayern.
Auch die nominierten Kitas und Bündnisse, die keinen der Hauptpreise gewonnen haben, erhielten für ihre herausragende Arbeit einen Anerkennungspreis mit je 1.000 Euro. Insgesamt ist der Deutsche Kita-Preis mit 110.000 Euro dotiert.
Zwei Sonderpreise verliehen
Neben den beiden Hauptkategorien wurde auch der vom Deutschen Gewerkschaftsbund geförderte Zusatzpreis „Attraktivität der Arbeit“ verliehen. Die AWO Kita Tausendfüßler aus Potsdam und der Blau-Weiße Bewegungsraum aus Bochum freuten sich über jeweils 2.000 Euro Preisgeld. Der Publikumspreis der Zeitschrift ELTERN ging an die Städtische Kita Burgweinting aus Regensburg.
Über den Deutschen Kita-Preis
Der Deutsche Kita-Preis ist eine gemeinsame Initiative des BMBFSFJ und der DKJS in Partnerschaft mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund, der DFL Stiftung, dem Didacta-Verband, der Marke ELTERN, der Heinz und Heide Dürr Stiftung und der Soziallotterie freiheit+. Kitas und lokale Bündnisse können sich ab Mitte Januar 2026 wieder um die Auszeichnung bewerben. Weitere Informationen unter www.deutscher-kita-preis.de.