Elternbegleitung: Familien bei Bildungsübergängen und in Erziehungsfragen stärken

Qualifizierung zur Elternbegleiterin / zum Elternbegleiter

Seit 2011 werden pädagogische Fachkräfte im Rahmen der mehrwöchigen Qualifizierung Elternbegleitung fortgebildet. In der Qualifizierung erwerben die pädagogischen Fachkräfte Kompetenzen für eine bildungs- und kindeswohlorientierte Zusammenarbeit mit Eltern auf Augenhöhe und erweitern ihre fachlichen Kompetenzen für den beruflichen Alltag mit Familien. Rund 15.500 pädagogische Fachkräfte aus Kitas, Familienzentren, Familienbildungsstätten, Mehrgenerationenhäusern und weiteren Einrichtungen der Familienbildung wurden bereits zu Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern fortgebildet.
Sie stärken Familien in besonderen Lebenslagen in ihrem Familienalltag und unterstützen Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Erziehungs- und Bildungsverantwortung, indem sie niedrigschwellige und bedarfsgerechte Begleitungs- und Beratungsangebote durchführen. Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter beraten zu Bildungsverläufen, Bildungsübergängen sowie kindlichen Bildungs- und Entwicklungsprozessen und wirken damit als wichtiges Bindeglied zwischen Familien und Bildungsinstitutionen sowie der Kinder- und Jugendhilfe.

Die Qualifizierung wird von dem Konsortium Elternchance, das sich aus bundesweit tätigen Trägern der Familienbildung zusammensetzt, durchgeführt und durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Informationen zu den Qualifizierungskursen und den Terminen finden Sie auf der Website des Konsortiums Elternchance.

Elternbegleitung kommunal vernetzen – Das ESF Plus-Programm ElternChanceN

Zur Stärkung einer kommunalen Einbindung der präventiv wirkenden Elternbegleitung, werden im Rahmen der zweiten Förderphase des ESF Plus-Programms „ElternChanceN – Mit Elternbegleitung Familien stärken“, vom 1. Juni 2025 bis zum 31. Mai 2028, 67 Netzwerke der Elternbegleitung gefördert. Vor Ort vernetzen sich qualifizierte Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter mit Bildungsinstitutionen sowie der Kinder- und Jugendhilfe und setzen aufsuchende und niedrigschwellige Begleitungs- und Beratungsangebote für Familien um.

Ob geförderte Netzwerke Elternbegleitung auch in Ihrer Nähe sind, können Sie der Standortkarte entnehmen. Bei Interesse an einem Austausch und der Vernetzung mit den Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern, nehmen Sie gerne Kontakt über die Projektsteckbriefe auf.
 

Online Vernetzungsangebote für pädagogische Fachkräfte und Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter

Um einerseits die Qualität der Arbeit von Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern zu sichern und andererseits für aktuelle Herausforderungen rund um das Thema Zusammenarbeit mit Familien gut gerüstet zu sein, bietet die Servicestelle ElternChanceN den pädagogischen Fachkräften kontinuierliche Online-Angebote an.

1.    Der „Praxisaustausch Plus“ bietet Einblicke und Lösungsansätze für die kommunale Verankerung von Elternbegleitung. 

2.    Der „Praxisaustausch Elternbegleitung“ ermöglicht pädagogischen Fachkräften aus Kitas und der Familienbildung Erfahrungsaustausch und Reflexion zu aktuellen pädagogischen Themen.

3.    Das „Update Elternbegleitung“ richtet sich an bereits qualifizierte Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter und dient der Auffrischung der Inhalte der Qualifizierung Elternbegleitung.

Weitere Informationen und die Anmeldung zu den Angeboten finden sie hier
 

Einblick in die Praxis: Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter berichten aus ihrem Alltag

Franziska Hoffmann-Fischer, Sozialpädagogin und Elternbegleiterin in Berlin:

„Elternbegleitung bedeutet für mich, Ansprechpartnerin zu sein. Ich biete den Familien einen Raum, um Themen anzusprechen – in einem vertrauensvollen und geschützten Rahmen. Ich habe den Kontakt zu ihnen und greife ihre Sorgen und Fragen auf. Daraus strickt sich dann das weitere Vorgehen. Manchmal reicht es schon, einfach zuzuhören. Manchmal brauchen die Familien noch weitere Informationen und Angebote. Mein Ziel ist es, gleiche Chancen zu schaffen. Und von Chancengleichheit kann man nur sprechen, wenn Information stattfindet. Die Familien schätzen, dass ich unkompliziert weiterhelfe – entweder im eigenen Haus oder im Netzwerk.“

Conny Färber, Erzieherin und Elternbegleiterin in Bochum:

„Die Familien werden gestärkt – ganz egal, ob sie einen Migrationshintergrund haben oder aus sozial schwachen Verhältnissen stammen. Das beginnt bei den Finanzen: Ich helfe bei Anträgen und versuche darüber hinaus diskret herauszuhören, ob es z.B. Bedarfe aus dem „Bildung und Teilhabe-Paket“ gibt. Doch das ist nur die eine Seite. Mindestens genauso wichtig ist es, ihnen durch Angebote, Information und Gespräche Sicherheit zu geben. So gewinnen die Eltern Selbstvertrauen und dies verändert die Grundstimmung in den Familien. Mütter und Väter wissen um die Bedeutung guter Bildung und können ihre Kinder auf ihrem Bildungsweg besser begleiten und unterstützen (...). Zusammengefasst: Elternbegleitung trägt dazu bei, allen gleiche Chancen zu geben – egal, wo sie herkommen.“

Kevin Matiszent, Erzieher und Elternbegleiter in Teltow:

„Viele unserer Eltern kennen das Konzept der Kinderbetreuung, wie wir es in Deutschland haben, gar nicht. Themen wie der ‚kindliche Entwicklungsstand‘ oder ‚Kita und Hort als Bildungseinrichtungen‘ sind ihnen noch nie begegnet. Dadurch, dass wir die Eltern enger beraten und als Erziehungspartnerinnen und -partner gewinnen können, schärfen wir ihr Bewusstsein für gute Bildung und eröffnen so den Kindern größere Möglichkeiten auf ihrem jeweiligen Bildungsweg. Und das ist schließlich der Grundstein für die Chancen, die ein Kind nutzen kann.“

Weitere Informationen zu Elternbegleitung, Newsletter-Anmeldung und Angebote für Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter finden Sie auf der Website „Elternbegleitung | ElternChanceN“.