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Zusatzlogo: Gezeichnetes Kind springt auf farbigen rechteckigen Blöcken.

Initiativen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Brücken bauen in frühe Bildung

Gute Kindertagesbetreuung ermöglicht gleiche Chancen für alle Kinder. Besonders für Kinder mit Fluchthintergrund kann die Kindertagesbetreuung einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration leisten. Sie knüpfen Kontakte und erlernen dadurch schnell die deutsche Sprache. Bisher profitieren jedoch nicht alle Familien gleichermaßen von Kindertagesbetreuung als Form der frühen Bildung - obwohl in Deutschland alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben. Vor allem Familien mit Fluchthintergrund finden aus verschiedenen Gründen bislang nur schwer den Weg in die Kindertagesbetreuung. Mit dem Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ fördert das Bundesfamilienministerium deshalb niedrigschwellige Angebote, die den Zugang zur Kindertagesbetreuung vorbereiten und unterstützend begleiten. 

Gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit durch begleitende Kinderbeaufsichtigung bei Integrationskursen

Integrationskurse fördern gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit von Zugewanderten in Deutschland. Um Eltern mit Kindern im nicht schulpflichtigen Alter die Teilnahme an einem Integrationskurs zu erleichtern, startet im Januar 2022 das Bundesprogramm „Integrationskurs mit Kind: Bausteine für die Zukunft" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI).

Während die Eltern einen Integrationskurs besuchen, beaufsichtigen qualifizierte oder in Qualifizierung befindliche Kindertagespflegepersonen die Kinder. Dadurch kommen die Kinder bereits mit der institutionellen Kindertagesbetreuung in Kontakt und können erstes Vertrauen aufbauen. Dies soll vor allem auch einen späteren Übergang in eine Kita oder Kindertagespflegestelle unterstützen und erleichtern.

Sprache als Schlüssel zur Integration 

Kinderbetreuungsangebote bieten beste Voraussetzungen dafür, dass die Kinder rasch die deutsche Sprache lernen und Kontakte zu anderen Kindern knüpfen. Kinder lernen sehr schnell: Schon nach wenigen Monaten können sie sich meist gut auf Deutsch verständigen. Die Betreuung in einer Kindertageseinrichtung verbessert ihre Bildungschancen, vermittelt Werte und ermöglicht es den Eltern, Sprachkurse zu besuchen, eine Erwerbstätigkeit oder eine Ausbildung aufzunehmen. Kinder mit Fluchthintergrund sollten deshalb möglichst rasch eine Kita besuchen können.

Sprache ist ein wichtiger Schlüssel zur Integration. Das BMFSFJ hat deshalb das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ 2016 ins Leben gerufen. Bis Ende 2022 geht das Programm nun in die Verlängerung. Bundesweit werden Angebote sprachlicher Bildung in Kindertageseinrichtungen gefördert. Weitere Schwerpunkte sind die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien. Innerhalb dieser Schwerpunkte wird seit 2021 auch ein neuer Fokus auf den Einsatz digitaler Medien und die Integration medienpädagogischer Fragestellungen gelegt.

Weitere Initiativen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 

Immer mehr Mütter und Väter wünschen sich einen Betreuungsplatz für ihr Kind. Durch die steigende Geburtenrate und die Integration von Kindern mit Fluchthintergrund wird der Bedarf an Betreuungsplätzen zukünftig weiter steigen. Damit alle Kinder einen Platz in der Kita oder in der Tagespflegestelle finden, müssen die Betreuungsplätze in den Kommunen weiter ausgebaut werden. 

Aktuell stellt der Bund darum mit dem fünften Investitionsprogramm zusätzlich eine Milliarde Euro bereit. Grundlage für das fünfte Programm ist das Konjunkturpaket zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021. Damit ist die Schaffung von bis zu 90.000 neuen Betreuungsplätzen in Kitas und der Kindertagespflege möglich.

Von Armut betroffene Kinder neuzugewanderter Unionsbürgerinnen und Unionsbürger leben oftmals in Ausgrenzung. Umso mehr sollte deren Integration und Zugang zu Bildungsangeboten unterstützt werden. Mit den Mitteln des Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) wird seit  2019 gezielt der Kita-Einstieg für diese Kinder gefördert. Bis zu einem halben Jahr wurden ihre Familien begleitet, um einen erfolgreichen Start in die Kita und damit in unser Bildungssystem zu gewährleisten. Damit lag der Schwerpunkt in der zweiten Förderrunde des Programms auf der frühkindliche Förderung und Stärkung der Sprachkompetenzen der neu zugewanderten Kinder.

Der EHAP ist mit insgesamt 93 Millionen Euro ausgestattet, um Menschen in Armut und Ausgrenzung an lokal oder regional vorhandene Hilfeangebote heranzuführen. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) verfolgt das BMFSFJ mit EHAP das Ziel, die Lebenssituation von besonders benachteiligten neuzugewanderten Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, darunter Eltern mit ihren Kindern im Vorschulalter, zu verbessern.

Vorbehaltlich der Genehmigung durch die EU-Kommission wird der bisher eigenständige Europäische Hilfsfonds EHAP für die kommende EU-Förderperiode 2021 bis 2027 in den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) integriert. Darin wird er zu dem neuen Bundesprogramm EhAP Plus (Eingliederung hilft gegen Ausgrenzung der am stärksten benachteiligten Personen) weiterentwickelt. Die Veröffentlichung der EhAP Plus Förderrichtlinie und der Aufruf zur Einreichung von Interessenbekundungen ist seitens des BMAS im Januar 2022 geplant.

Bundesweit unterstützen außerdem bereits zahlreiche Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter die Integration von Familien mit Fluchthintergrund. Durch konkrete Hilfestellung und Begleitung von Familien beim Eintritt der Kinder in eine Kindertageseinrichtung oder in die Schule sind Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter wichtige Brückenbauer für die gesellschaftliche Teilhabe geflüchteter Familien. Das durch das BMFSFJ und den Europäischen Sozialfonds finanzierte Programm „Elternchance II – Familien früh für Bildung gewinnen“ fördert von 2015 bis 2021 die Qualifizierung von Fachkräften aus der Eltern- und Familienbildung zu zertifizierten Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern. Mit dem Modellprogramm „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“ förderte das BMFSFJ von 2017 bis 2020 die Weiterentwicklung flüchtlingsbezogener Elternbegleitung. Ziel war es, Netzwerke von Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern aus verschiedenen Trägern und Flüchtlingsfamilien zu stärken.

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