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Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern

Kinder ab dem ersten Lebensjahr haben bis zum Schuleintritt einen Rechtsanspruch auf Förderung in einer Kita, bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater. Wenn aus Kindergartenkindern Grundschulkinder werden, stehen allerdings viele Eltern vor der Herausforderung, eine bedarfsgerechte Betreuungsmöglichkeit zu finden. Mehr Kinder sollen von ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangeboten profitieren können und Familien mit Schulkindern Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können. Deshalb haben sich die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode darauf geeinigt, einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder auf den Weg zu bringen. In einigen Bundesländern wie Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen und besteht bereits ein solcher Rechtsanspruch. Ein verlässliches ganztägiges Betreuungssystem bietet für viele Grundschulkinder verbesserte Bildungs- und Teilhabechancen. Schülerinnen und Schüler werden über die Unterrichtszeit hinaus individuell gefördert. Hochwertige Bildungsangebote steigern Motivation und Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler und tragen dazu bei, den Bildungserfolg unabhängiger von der sozialen Herkunft zu machen.

Hort und Ganztagsschule

Es gibt unterschiedliche Betreuungsangebote für Grundschulkinder. Am weitesten verbreitet sind Horte und Ganztagsschulen. Horte sind in der Regel Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Pädagogisches Personal betreut die Grundschulkinder vor dem Unterrichtsbeginn und/oder nach dem Unterrichtsende. Manche Horte bieten auch in den Ferien Betreuung an. In der Regel fallen Elternbeiträge und Kosten für das Mittagessen an.

In den meisten Bundesländern gibt es auch (teil-)gebundene und offene Ganztagsschulen. Ganztagsschulen bieten an mindesten drei Tagen in der Woche ein Angebot von mindestens sieben Zeitstunden und ein Mittagessen an. Außerdem werden außerunterrichtliche Aktivitäten angeboten, das können zum Beispiel Hausaufgabenbetreuung oder AGs sein. Viele Ganztagsschulen kooperieren mit Vereinen und bieten gemeinsame Freizeitangebote an, zum Beispiel Sport oder Musik. Die Angebote der gebundenen Ganztagsschule sind für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend. In der teilgebundenen Ganztagsschule nimmt ein Teil der Schülerinnen und Schüler, zum Beispiel einzelne Klassen oder Klassenstufen verpflichtend an den Ganztagsangeboten teil. Angebote der offenen Ganztagsschule besuchen die Schülerinnen und Schüler nach Wunsch.

Außerdem gibt es weitere bundeslandspezifische Angebote wie die Übermittagsbetreuung oder die verlässlichen Grundschulen.

Mehr Informationen zur Situation in den einzelnen Bundesländern bieten die Links und Downloads.

Grundschulkinder in Ganztagsbetreuung

Laut Bildungsbericht 2018 besuchten 2017 in Deutschland 1.106.432 Schülerinnen und Schüler eine Ganztagsgrundschule oder eine Übermittagsbetreuung – das entspricht einem Anteil von 38,2 Prozent an allen Grundschülerinnen und Grundschülern. 477.404 Grundschulkinder besuchten 2017 einen Hort. Der Bildungsbericht 2018 stellt außerdem dar, wie sich die Grundschulkinder in den Bundesländern auf die verschiedenen Betreuungsformen verteilen. Einige Länder bauen bevorzugt eine bestimmte Form der Ganztagsbetreuung aus, andere Länder setzen auf einen Angebotsmix aus Hort- und Ganztagsschulangeboten. In einer Studie des Deutschen Jugendinstituts wünschten sich 9,8 der Eltern von Grundschulkindern, die bisher keinen Betreuungsplatz haben, einen solchen Platz. Außerdem sei für 5,6 Prozent der zeitliche Betreuungsbedarf von Hort- und Ganztagsschulangeboten nicht ausreichend gedeckt. Demnach müssen rund 330.000 Plätze in Horten und Ganztagsschulen neu geschaffen werden.

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