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Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern

Kinder ab dem ersten Lebensjahr haben bis zum Schuleintritt einen Rechtsanspruch auf Förderung in einer Kita, bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater. Wenn aus Kindergartenkindern Grundschulkinder werden, stehen allerdings viele Eltern vor der Herausforderung, eine bedarfsgerechte Betreuungsmöglichkeit zu finden. Mehr Kinder sollen von ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangeboten profitieren können und Familien mit Schulkindern Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können. Deshalb haben sich die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode darauf geeinigt, einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder auf den Weg zu bringen. Am 13. November 2019 beschloss das Bundeskabinett den Entwurf des „Ganztagsfinanzierungsgesetzes“. Der Bund plant, 2 Milliarden Euro in einem Sondervermögen bereit zu stellen, um den quantitativen und qualitativen investiven Ausbau von Ganztagsangeboten zu fördern.

Im Oktober 2021 trat das Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter (Ganztagsförderungsgesetz - GaFöG) in Kraft. Dieses legt die stufenweise Einführung des bundesweiten Ganztagsanspruchs ab 2026 fest. So soll ab August 2026 allen Kindern in der ersten Klasse eine ganztätige Förderung zustehen. In den darauffolgenden Jahren wird der Rechtsanspruch für die Klassenstufen 2 bis 4 erweitert, so dass ab 2029 allen Kindern der ersten bis vierten Klasse Ganztagsbetreuung zusteht. Für den Ausbau stellt der Bund den Ländern vorerst weitere Mittel von bis zu 1,5 Milliarden Euro bereit, sodass sich das Sondervermögen auf bis zu 3,5 Milliarden beläuft.

In einigen Bundesländern wie Brandenburg, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen besteht bereits ein Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung von Grundschulkindern. Ein verlässliches ganztägiges Betreuungssystem bietet für viele Grundschulkinder verbesserte Bildungs- und Teilhabechancen. Schülerinnen und Schüler werden über die Unterrichtszeit hinaus individuell gefördert. Hochwertige Betreuungs- und Bildungsangebote steigern Motivation und Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler und tragen somit zu Chancengleichheit bei.

Hort und Ganztagsschule

Es gibt unterschiedliche Betreuungsangebote für Grundschulkinder. Am weitesten verbreitet sind Ganztagsschulen und Horte. Horte sind in der Regel Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Pädagogisches Personal betreut die Grundschulkinder vor dem Unterrichtsbeginn und/oder nach dem Unterrichtsende. Manche Horte bieten auch in den Ferien Betreuung an. In der Regel fallen Elternbeiträge und Kosten für das Mittagessen an.

In den meisten Bundesländern gibt es auch (teil-)gebundene und offene Ganztagsschulen. Ganztagsschulen bieten an mindesten drei Tagen in der Woche ein Angebot von mindestens sieben Zeitstunden und ein Mittagessen an. Außerdem werden außerunterrichtliche Aktivitäten angeboten, das können zum Beispiel Hausaufgabenbetreuung oder AGs sein. Viele Ganztagsschulen kooperieren mit Vereinen und bieten gemeinsame Freizeitangebote an, zum Beispiel Sport oder Musik. Die Angebote der gebundenen Ganztagsschule sind für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend. In der teilgebundenen Ganztagsschule nimmt ein Teil der Schülerinnen und Schüler, zum Beispiel einzelne Klassen oder Klassenstufen verpflichtend an den Ganztagsangeboten teil oder es gibt bestimmte Wochentage, an denen für alle der Ganztag verpflichtend ist.  In der offenen Ganztagsschule ist nur der Unterricht verpflichtend und die außerunterrichtlichen Angebote sind freiwillig.

Außerdem gibt es weitere bundeslandspezifische Angebote wie die Übermittagsbetreuung oder die verlässlichen Grundschulen. Das Konzept der „Verlässlichen Grundschule“ sichert Eltern einen festen Betreuungsumfang: In der Regel vier Stunden für die erste und zweite Klasse und fünf Stunden für alle anderen Schülerinnen und Schüler. In der Zeit, in der kein Unterricht stattfindet, ist eine Betreuung der Kinder sichergestellt. In den Schulferien findet keine Betreuung statt.

Mehr Informationen zur Situation in den einzelnen Bundesländern bieten die Links und Downloads.

Grundschulkinder in Ganztagsbetreuung

In einer Studie des Deutschen Jugendinstituts, veröffentlicht im  Oktober 2019, wurden verschiedene Annahmen zur Schätzung des Bedarfs und der Kosten zugrunde gelegt und dabei zwei verschiedene  Szenarien berechnet: Der Ganztagsbedarf und der Gesamtbedarf. Der deutschlandweite Ganztagsbedarf, der über 14:30 Uhr hinausgeht, beläuft sich auf ca. 64 Prozent. Davon ist bei ca. 49 Prozent der Bedarf durch den Besuch eines Hortes oder der Ganztagsschule bereits gedeckt. Bis zum Jahr 2025 müssten damit 820.000 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen werden.

In den Gesamtbedarf fließen hingegen alle heute bekannten Bedarfe der Eltern ein, unabhängig von der gewünschten Betreuungsform und vom zeitlichen Umfang. Auf Bundesebene wurde für 2018 ein durchschnittlicher Gesamtbedarf von ca. 73 Prozent ermittelt. Das DJI geht davon aus, dass dieser Bedarf weiterhin steigen und 2025 deutschlandweit voraussichtlich bei ca. 79 Prozent liegen wird. Da im Jahr 2018 etwas mehr als 1,4 Millionen Kinder bereits Betreuungsangebote in Ganztagsschulen oder Horten nutzten, müssten demnach bis Ende 2025 noch etwas mehr als 1,1 Millionen Plätze geschaffen werden.

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