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FAQs

Wenn aus Kindergartenkindern Grundschulkinder werden und der Unterricht häufig mittags endet, stehen Eltern oft vor der Herausforderung, eine bedarfsgerechte Betreuung für ihre Kinder zu finden. Eine Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder kann Zeiten vor und/oder nach dem Unterricht und in den Ferien abdecken. Ganztägige Betreuungsangebote ermöglichen zum einen, dass Eltern von schulpflichtigen Kindern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser meistern können. Zum anderen werden Schülerinnen und Schüler über die Unterrichtszeit hinaus individuell gefördert. Hochwertige Bildungsangebote steigern Motivation und Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler und tragen dazu bei, den Bildungserfolg unabhängiger von der sozialen Herkunft zu machen.

Es gibt unterschiedliche Betreuungsangebote für Grundschulkinder. Am weitesten verbreitet sind Horte und Ganztagsschulen. Horte sind in der Regel Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Pädagogisches Personal betreut die Grundschulkinder vor dem Unterrichtsbeginn und/oder nach dem Unterrichtsende. Manche Horte bieten auch in den Ferien Betreuung an. In der Regel fallen Elternbeiträge und Kosten für das Mittagessen an.

In den meisten Bundesländern gibt es auch (teil-)gebundene und offene Ganztagsschulen. Ganztagsschulen bieten an mindesten drei Tagen in der Woche ein Angebot von mindestens sieben Zeitstunden und ein Mittagessen an. Außerdem werden außerunterrichtliche Aktivitäten angeboten, das können zum Beispiel Hausaufgabenbetreuung oder AGs sein. Viele Ganztagsschulen kooperieren mit Vereinen und bieten gemeinsame Freizeitangebote an, zum Beispiel Sport oder Musik. Die Angebote der gebundenen Ganztagsschule sind für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend. In der teilgebundenen Ganztagsschule nimmt ein Teil der Schülerinnen und Schüler, zum Beispiel einzelne Klassen oder Klassenstufen verpflichtend an den Ganztagsangeboten teil. Angebote der offenen Ganztagsschule besuchen die Schülerinnen und Schüler nach Wunsch.

Außerdem gibt es weitere bundeslandspezifische Angebote wie die Übermittagsbetreuung oder die verlässlichen Grundschulen.

Mehr Informationen zur Situation in den einzelnen Bundesländern bieten die Links und Downloads.

Horte sind in der Regel Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Pädagogisches Personal betreut die Grundschulkinder außerhalb der Unterrichtszeiten. Ganztagsschulen sind in der Trägerschaft öffentlicher oder privater Schulträger. Die außerunterrichtlichen Angebote werden durch eine Mischung aus Lehrpersonal, weiteren pädagogischen Fachkräften und Personal externer Kooperationspartner verwirklicht.

Die Kosten für eine Ganztagsschule und einen Hort sind in den Ländern und Kommunen unterschiedlich geregelt. Außerdem fallen häufig Kosten für das Mittagessen oder die Ferienbetreuung an.

Die Qualifikation des Personals in der Ganztagsbetreuung unterscheidet sich nach Bundesländern, Kommunen und Art der Einrichtungen. In einem Hort sind in der Regel pädagogische Fachkräfte tätig. In einer Ganztagsschule können die pädagogischen Fachkräfte durch Personal externer Kooperationspartner unterstützt werden. Dazu gehören beispielsweise Musiklehrerinnen und -lehrer oder Trainerinnen und Trainer im Sport.

Die Betreuungszeiten in der Ganztagsbetreuung unterscheiden sich nach Bundesländern, Kommunen und Art der Einrichtungen. Sie können Zeiten vor und nach dem Unterricht abdecken und Betreuung bis zum Nachmittag oder Abend bieten. Einige Betreuungsformen stellen auch Angebote in den Ferien zur Verfügung.

Laut Bildungsbericht 2018 besuchten 2017 in Deutschland 1.106.432 Schülerinnen und Schüler eine Ganztagsgrundschule oder eine Übermittagsbetreuung – das entspricht einem Anteil von 38,2 Prozent an allen Grundschülerinnen und Grundschülern. 477.404 Grundschulkinder besuchten 2017 einen Hort.

Die bundesrechtliche Regelung zur außerunterrichtlichen Betreuung von Grundschulkindern ist in § 24 Abs. 4 SGB VIII festgeschrieben. Dieser besagt, dass für Kinder im schulpflichtigen Alter ein bedarfsgerechtes Angebot in Tageseinrichtungen vorzuhalten ist. Die meisten Länder haben keine darüberhinausgehenden Regelungen bestimmt. Ein Rechtsanspruch auf Betreuung von Grundschulkindern besteht aktuell in den vier Ländern Brandenburg, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter hat für Bund und Länder höchste Priorität. Die Regierungsparteien haben sich im Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode darauf geeinigt, einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder auf den Weg zu bringen.

Die Links und Downloads bieten weitere Informationen und verweisen auf die zuständigen Stellen in den Bundesländern.

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