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Die Kita-Schließzeit für Qualitätsentwicklung nutzen

Zielscheibe

Dr. Juliane Hasselaar ist Fachberaterin im Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ beim Caritasverband Kleve e.V. in Nordrhein-Westfalen. Als die Kitas im Zuge des Corona-Lockdowns geschlossen wurden, war für Frau Dr. Hasselaar schnell klar, dass sie die Schließzeit neben der Aufrechterhaltung des Kontaktes zu den Familien auch für die Qualitätsentwicklung der Kitas nutzen möchte.

Warum war die Qualitätsentwicklung ein wichtiges Thema für Sie?

„Als die Kitas Corona-bedingt schließen mussten, habe ich mir schnell Gedanken gemacht, wie diese Zeit von den pädagogischen Fachkräften sinnvoll genutzt werden kann. Die Qualitätsentwicklung ist mir dabei sofort in den Sinn gekommen, denn sie kommt im Kita-Alltag oft zu kurz. Die durch die Schließzeit entstandenen zeitlichen Ressourcen bieten die Chance, tiefer in ein bestimmtes Thema einzutauchen, neue Ziele ins Auge zu fassen und umzusetzen.“
 

Mit welchen Ideen haben Sie als Fachberatung die Kitas dabei unterstützt, die Zeit auch für Qualitätsentwicklung im Sinne des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ zu nutzen?

„Ich habe unter anderem Zielformulare erstellt, die die Fachkräfte dabei unterstützen können, sich qualitativ weiterzuentwickeln. Zum einen für die Tandems aus zusätzlicher Fachkraft „Sprach-Kitas“ und der Kita-Leitung, aber auch für die einzelnen Teammitglieder in den Einrichtungen. Die Zielformulare geben Orientierung und helfen den Fachkräften, sich darauf zu fokussieren, was sie in der Corona-bedingten Schließzeit erreichen möchten. Das Zielformular umfasst Fragen wie „Was sind unsere vorrangigen Sprach-Kita-Ziele für das Jahr 2020?“, „Zu welchem Schwerpunkt des Bundesprogramms ‚Sprach-Kitas‘ möchten wir in der nächsten Zeit mit dem Team arbeiten?“ und „Was verändert sich hierdurch?“. Zusätzlich können die Fachkräfte in dem Formular konkrete Schritte festhalten, wie das Ziel erreicht werden soll und bis wann. Für die eine Fachkraft steht vielleicht das Thema Zusammenarbeit mit Familien im Vordergrund während andere sich gerne im Bereich Inklusion weiterentwickeln möchten. Die vorgegebenen Fragen helfen den Tandems und den Fachkräften dabei, Ziele klar zu formulieren und zu reflektieren, wie sich das Ziel realistisch erreichen lässt. Jede Fachkraft kann die Ziele entsprechend der eigenen Interessen und der eigenen zeitlichen Ressourcen wählen. Es können größere Schritte sein, aber auch kleine Schritte führen weiter.“
 

Was waren Herausforderungen bei der Unterstützung und welche Tipps können Sie geben?

„Zuerst habe ich die Zielformulare per E-Mail an die Tandems geschickt. Die Rückmeldungen zu diesen E-Mails sind leider verhalten ausgefallen. Den Durchbruch hat dann ein virtuelles Austauschtreffen mit allen zusätzlichen Fachkräften „Sprach-Kitas“ gebracht. Die zusätzlichen Fachkräfte haben durch den Online-Austausch mit anderen Kitas gesehen, was diese in der Corona-Schließzeit unternehmen und wurden dadurch zusätzlich motiviert, eigene Projekte anzugehen. Die Tandems haben sich dann gemeinsam auf ein Ziel verständigt. Im Anschluss haben sich die zusätzlichen Fachkräfte im Verbund zu Kleingruppen zusammengefunden und gemeinsam kleine Lerneinheiten für die weiteren Fachkräfte zusammengestellt. Dabei war es wichtig, die individuellen Vorlieben der einzelnen Teammitglieder zu berücksichtigen. Während es dem einen mehr liegt, sich eine passende Aktivität auszudenken und vorzubereiten, liest die oder der andere vielleicht lieber einen Fachartikel. Für jede Fachkraft soll etwas dabei sein. Wichtig ist bei all dem die Haltung der Kita-Leitung. Von dieser muss ausgehen, dass die Zeit im Team auch für qualitative Weiterentwicklung genutzt werden kann bzw. soll. Als Fachberatung kann ich Anregungen und Hilfestellung geben.“

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