Hoher Betreuungsbedarf bleibt – Bund stärkt Ausbau und Qualität
Trotz sinkender Geburtenzahlen bleibt der Bedarf an den Angeboten der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung bundesweit hoch. Das zeigt die elfte Ausgabe der „Kindertagesbetreuung Kompakt. Ausbaustand und Bedarf 2025“. Die Zahl der unter dreijährigen Kinder in der Kindertagesbetreuung ist erstmals rückläufig. Der elterliche Bedarf übersteigt das vorhandene Angebot jedoch weiterhin deutlich.
„Kita Kompakt“ wird jährlich vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) veröffentlicht. Die Online-Publikation liefert ein umfassendes Bild über den Ausbaustand der Kindertagesbetreuung und die Entwicklung der Elternbedarfe in Deutschland.
Weiterhin Lücke zwischen Angebot und Bedarf
Insgesamt besuchten 801.281 Kinder unter drei Jahren eine Kita oder Kindertagespflege, 47.140 Kinder weniger als im Vorjahr. Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen ist erneut leicht auf 37,8 Prozent gestiegen. Gleichzeitig äußerten 49,3 Prozent der Eltern von Kindern unter drei Jahren einen Betreuungsbedarf. Daraus ergibt sich eine Lücke zwischen Angebot und Bedarf von 11,5 Prozentpunkten.
Vorausberechnungen zeigen, dass besonders in Westdeutschland weiterhin zusätzliche Plätze für Kinder unter drei Jahren benötigt werden. Freiwerdende Kapazitäten bei Kindern ab drei Jahren bis zum Schuleintritt können teilweise für jüngere Kinder genutzt werden.
Die Betreuungsquote bei den Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt lag bundesweit bei 95,3 Prozent.
Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland
Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland bleiben vor allem bei den unter Dreijährigen sichtbar: In Ostdeutschland nutzen Familien häufiger Angebote der Kindertagesbetreuung und es bestehen längere Öffnungszeiten.
Auch beim Betreuungsbedarf zeigen sich regionale Unterschiede je nach Gemeindegröße. In Westdeutschland ist der Bedarf in den Großstädten hoch, in Ostdeutschland in kleineren Gemeinden ausgeprägter.
Gut ausgebildete Fachkräfte sind der Schlüssel
Die Ergebnisse verdeutlichen: Angebote der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung sind heute fester Bestandteil der Bildungsbiografien in Deutschland. Der weitere Ausbau sowie die Weiterentwicklung der Qualität und Verlässlichkeit der Angebote bleiben zentrale bildungs- und familienpolitische Aufgaben.
Entscheidend dafür sind gut ausgebildete Fachkräfte. Sie spielen eine Schlüsselrolle für die Weiterentwicklung des Systems der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Gute Arbeitsbedingungen, verlässliche Strukturen und attraktive Entwicklungsmöglichkeiten sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass Kinder und Familien auch künftig bedarfsgerechte Angebote in hoher Qualität nutzen können.
Bildungs- und Familienministerin Karin Prien betont die Bedeutung von frühkindlicher Bildung:
„Frühkindliche Bildung schafft die Grundlage für gute Bildungs- und Teilhabechancen von Anfang an. Der Bericht zeigt: Auch wenn die Zahl der Kinder derzeit demografisch bedingt zurückgeht, bleibt der Bedarf an verlässlichen und guten Angeboten der Kindertagesbetreuung hoch. Deshalb investiert der Bund gezielt in Ausbau, Sanierung und moderne Ausstattung von Kitas und unterstützt die Länder bei der Weiterentwicklung der Qualität der Kindertagesbetreuung. Gleichzeitig müssen wir die Kindertagesbetreuung vorausschauend weiterentwickeln und an regionale Bedarfe anpassen. Gute Zugänge zu frühkindlicher Bildung bleiben zentral für Chancengleichheit, Sprachförderung, Teilhabe und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“
Die elfte Ausgabe von „Kita Kompakt“ steht beim BMBFSFJ kostenfrei zum Download zur Verfügung.