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Frühkindliche Bildung in Zeiten von Corona

Eine Kita-App? Abwaschbare Stempel? Online-Elternabend? Der Kita-Alltag gestaltet sich während der Corona-Pandemie anders als zuvor. Deshalb werden pädagogische Fachkräfte und Tagespflegepersonen gerade äußerst erfinderisch und entwickeln kreative Ideen: für die pädagogische Arbeit mit den Kindern in den Einrichtungen und zu Hause. Es gelten dabei besondere Bedingungen, die sich nach dem Infektionsgeschehen richten. Der Themenbereich „Frühkindliche Bildung in Zeiten von Corona“ unterstützt pädagogische Fachkräfte und Tagespflegepersonen mit innovativen Praxisbeispielen, Interviews und Infotexten. Die Praxisbeispiele bieten Inspiration für die Arbeit in der Krisenzeit sowie im Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Sie setzen neue Impulse für den Kita-Alltag.

 

Zusammenarbeit mit Familien


Gehspräche

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Als Elena-Maria Beenen aus der Koordinierungs- und Netzwerkstelle „Kita-Einstieg“ im Landkreis Emsland im Austausch mit den pädagogischen Fachkräften merkte, dass der Kontakt zu den Familien während der Corona-Pandemie telefonisch nicht gehalten werden kann, fragte sie sich: Wie können wir die Familien trotzdem erreichen und dabei den Schutz vor einer Corona-Infektion für sie und die Fachkräfte bestmöglich gewährleisten?

Illustration Gehspräche

Da kam ihr die Idee, „Gehspräche“ zu führen: Gespräche im Gehen. Mit sicherem Abstand können die pädagogischen Fachkräfte im Landkreis Emsland nun anlassbezogene Gespräche mit den Eltern führen und ihnen Informationen zu Kindertagesbetreuung, Anmeldeverfahren, Betreuungsverträgen und der aktuellen Corona-Lage geben. Dazu nehmen sie immer einen Ordner mit, in dem die aktuellen Regeln, die Öffnungszeiten von Institutionen wie Beratungsstellen und soziale Einrichtungen und andere Informationen eingeheftet sind. Die „Gehspräche“ können auch ohne einen konkreten Anlass, sondern einfach offen und dialogisch geführt werden. Das Angebot der „Gehspräche“ wird von den Familien gut angenommen und soll auch nach Corona weiter bestehen, um die Bedarfe der Familien zu decken. 

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„Die Eltern fragen uns: ‚Wann kommst du wieder?‘ Sie sind sehr dankbar für diese Möglichkeit des Kontakthaltens mit der Kita in den Zeiten der Isolation. Außerdem schaffen die ‚Gehspräche‘ schöne Synergieeffekte: Die Corona-Regeln können eingehalten werden, der Schutz für Eltern und Fachkräfte ist gesichert und die Beteiligten tun durch die Bewegung auch noch etwas für ihre Gesundheit. Obwohl das Angebot eher aus der Not heraus entstand, werden wir die ,Gehspräche‘ jetzt sicherlich beibehalten!“ 

Elena-Maria Beenen, Koordinierungs- und Netzwerkstelle im Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ im Landkreis Emsland

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Spontan bleiben

Bei der Organisation der „Gehspräche“ bietet es sich an, spontan zu bleiben. Es ist praktisch, sich beispielsweise für zwei Tage in der Woche zu verabreden und dann spontan zu schauen, an welchem Tag das Wetter sich besser für einen Spaziergang eignet.

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Route nach Netzabdeckung planen

Manche Familien sprechen nicht so gut Deutsch. Viele Fachkräfte nutzen dann zur Kommunikation eine Sprach- und Übersetzungsapp. Damit diese während des Spaziergangs funktioniert, ist es – gerade im ländlichen Raum – wichtig, dies bei der Routenplanung für das „Gehspräch“ zu bedenken.

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