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Frühkindliche Bildung in Zeiten von Corona

Eine Kita-App? Abwaschbare Stempel? Online-Elternabend? Der Kita-Alltag gestaltet sich während der Corona-Pandemie anders als zuvor. Deshalb werden pädagogische Fachkräfte und Tagespflegepersonen gerade äußerst erfinderisch und entwickeln kreative Ideen: für die pädagogische Arbeit mit den Kindern in den Einrichtungen und zu Hause. Es gelten dabei besondere Bedingungen, die sich nach dem Infektionsgeschehen richten. Der Themenbereich „Frühkindliche Bildung in Zeiten von Corona“ unterstützt pädagogische Fachkräfte und Tagespflegepersonen mit innovativen Praxisbeispielen, Interviews und Infotexten. Die Praxisbeispiele bieten Inspiration für die Arbeit in der Krisenzeit sowie im Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Sie setzen neue Impulse für den Kita-Alltag.

 

Digitalisierung


Digitale Qualifizierung zur Kindertagespflegeperson

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Auch auf die Umsetzung der Qualifizierungskurse für Kindertagespflegpersonen im Bundesprogramm „ProKindertagespflege: Wo Bildung für die Kleinsten beginnt“ hat sich die Corona-Pandemie ausgewirkt. Im Zuge der coronabedingten Einschränkungen konnten die Qualifizierungskurse nicht im gewohnten Präsenzformat angeboten werden. Am Standort Aachen wurde daraufhin schnell auf die digitale Qualifizierung zur Kindertagespflegeperson umgestellt.

Seit Beginn des Bundesprogramms „ProKindertagespflege: Wo Bildung für die Kleinsten beginnt“ hat Maximiliane Fischer die Koordinierungsstelle am Modellstandort Aachen gemeinsam mit ihrer Kollegin Bettina Konrath inne. Dort setzt sie seit 2016 auch die Qualifizierungskurse für Kindertagespflegepersonen nach dem Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch (QHB) für die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern unter drei um. Für die Durchführung der Qualifizierungskurse nach dem QHB haben Maximiliane Fischer und die Kontinuierliche Kursbegleitung (KKB) Elisabeth Koch und weitere Hauptreferentinnen im Vorfeld ein Train-The-Trainer Seminar beim Bundesverband für Kindertagespflege absolviert.
 

Frau und Bildschirm

Als im Frühjahr 2020 mit dem ersten coronabedingten Lockdown die Qualifizierungskurse nach dem QHB nicht mehr in Präsenz stattfinden konnten, suchte Maximiliane Fischer schnell nach einer Lösung, um den gerade am Standort Aachen gestarteten Qualifizierungskurs fortzuführen. Dabei hat sie gemeinsam mit der KKB und den 17 Kursteilnehmenden überlegt, ob diese sich Alternativen zur Präsenzveranstaltung vorstellen könnten. Nachdem sich alle Kursteilnehmenden für eine digitale Alternative zum Präsenzangebot ausgesprochen hatten, suchte Maximiliane Fischer gemeinsam mit dem Bundesverband für Kindertagespflege nach Möglichkeiten, diese Alternative umzusetzen und die Kursinhalte auch über digitale Formate weiter zu vermitteln. 20 Unterrichtseinheiten konnten bereits kurzfristig nach Rücksprache mit dem Bundesverband in digitaler Form umgesetzt werden. Als sich das digitale Format bewährt hatte, konnte im Rahmen der „Ausnahmerichtlinie zur Vergabe der Zertifikate unter den Bedingungen der Eindämmung Covid-19“ weiter digital qualifiziert werden. Zu Anfang des Jahres 2021 ist in Aachen ein neuer Qualifizierungskurs direkt als digitales Format gestartet. Wenn es möglich ist, sollen Module auch wieder in Präsenz stattfinden. Begrüßenswert wäre langfristig das blended-learning Format für die Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen. Beim blended-learning werden die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und digitalen Formaten kombiniert.

Ein geeignetes Kommunikationstool für die Kursumsetzung im Onlineformat hatte Maximiliane Fischer gründlich recherchiert und mit Blick auf datenschutzrechtliche Aspekte sorgfältig abgewägt. Für Kursteilnehmende ohne geeigneten eigenen Computer konnten über das Bundesprogramm Laptops finanziert und als Leihgabe für die Kursdauer bereitgestellt werden. Wichtige Voraussetzung ist beispielsweise, dass die Computer über eine Kamera und ein Mikrofon verfügen, damit sich alle Teilnehmenden auch online sehen können und der Austausch auch im digitalen Raum möglichst persönlich bleibt.

Viel Zeit hat Maximiliane Fischer in die Vorbereitung des digitalen Formats investiert. Mit jedem Kursteilnehmenden wurde das digitale Kommunikationstool bei Bedarf vorab ausführlich einzeln getestet. Wichtige Fragen konnten in diesem Rahmen beantwortet und bestehende technische Hürden genommen werden. Bei der inhaltlichen Ausgestaltung der digitalen Unterrichtseinheiten war es Maximiliane Fischer und der KKB besonders wichtig, nicht nur in den Frontalunterricht zu verfallen. Auch im digitalen Raum wurde Platz für Austausch und Gruppenarbeit geschaffen. Zudem hat Maximiliane Fischer im Internet nach Methoden recherchiert, um digitale Kurse möglichst ansprechend für die Teilnehmenden umzusetzen. Die Mühe hat sich gelohnt. Das Feedback der Teilnehmenden zu den online durchgeführten Unterrichtseinheiten war durchweg positiv und im Ergebnis konnten die Beteiligten den Qualifizierungskurs erfolgreich abschließen.

 

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„Wir haben unsere Verantwortung den Teilnehmenden gegenüber gesehen, die Qualifizierung auch trotz Corona weiter fortzuführen. Wichtig war mir, die Teilnehmenden in den Entscheidungsprozess einzubeziehen und von Anfang an gut mitzunehmen. Es war mir wichtig, niemanden mit einem digitalen Format zu überfordern. Wir haben daher zusätzlich zur inhaltlichen Vorbereitung der Kurse viel Zeit investiert, um allen Teilnehmenden das Onlinetool zu erklären und gemeinsam zu erproben. Ein besonders schönes Feedback einer Kursteilnehmerin war für mich, dass sich das Onlineformat gar nicht wie ein Onlineformat, sondern viel mehr wie eine Präsenzveranstaltung angefühlt hat.“

Maximiliane Fischer, Koordinierungsstelle im Bundesprogramm „ProKindertagespflege“ am Standort Aachen, Familiäre Tagesbetreuung e.V.

 

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Technische Hürden im Vorfeld nehmen

Damit Kursteilnehmende durch ein digitales Format nicht überfordert oder von diesem abgeschreckt werden, sollten die benötigten technischen Kompetenzen und die technische Ausstattung durch die Kursveranstalterinnen und Kursveranstalter sichergestellt werden. Alle Kursteilnehmenden sollten die Möglichkeit bekommen, das jeweilige Onlinetool im Vorfeld kennenzulernen und auszuprobieren. Hierfür bieten sich individuelle Technikchecks durch die Kursleitungen an. Auch sollte die Möglichkeit geprüft werden, Teilnehmenden, die nicht über die nötige technische Ausstattung verfügen, geeignete Laptops als Leihgabe für die Kursdauer zur Verfügung zu stellen.

 

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