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Frühkindliche Bildung in Zeiten von Corona

Eine Kita-App? Abwaschbare Stempel? Online-Elternabend? Der Kita-Alltag gestaltet sich während der Corona-Pandemie anders als zuvor. Deshalb werden pädagogische Fachkräfte und Tagespflegepersonen gerade äußerst erfinderisch und entwickeln kreative Ideen: für die pädagogische Arbeit mit den Kindern in den Einrichtungen und zu Hause. Es gelten dabei besondere Bedingungen, die sich nach dem Infektionsgeschehen richten. Der Themenbereich „Frühkindliche Bildung in Zeiten von Corona“ unterstützt pädagogische Fachkräfte und Tagespflegepersonen mit innovativen Praxisbeispielen, Interviews und Infotexten. Die Praxisbeispiele bieten Inspiration für die Arbeit in der Krisenzeit sowie im Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Sie setzen neue Impulse für den Kita-Alltag.

 

Mit Kindern in Kontakt bleiben, Zusammenarbeit mit Familien


Briefe von der Handpuppe

Symbol Kurztext

Birte Kruse, zusätzliche Fachkraft im Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ im Kinder- und Familienzentrum Zeppelinstraße in Bremen, wollte eigentlich mit Hilfe einer Handpuppe Sprachspiele mit den Kindern spielen und sie dafür im Morgenkreis ihrer Gruppe besuchen. Da dies in Zeiten der Corona-Pandemie nicht möglich war, überlegte sich Birte Kruse, wie sie den Kindern die Handpuppe trotzdem näherbringen kann: Seitdem schreibt die Handpuppe Briefe.

Illustration Handpuppe

Zunächst hat sich die Handpuppe jeder Gruppe vorgestellt. Dann berichtete sie von ihrem Alltag in der Corona-Pandemie und stellte den Kindern die unterschiedlichen Menschen und Räume in der Kita vor. So verloren die Kinder nicht den Bezug zu den Fachkräften und zur Kita und neue Kinder konnten sich schon wieder an die Räumlichkeiten und die Gesichter gewöhnen. Wenn die Kinder wieder vor Ort sind, können die Briefe während der Morgenkreise vorgelesen und die Fotos von der Handpuppe den Kindern gezeigt werden. Die Kinder waren begeistert und beantworteten gerne die vielen Fragen der Handpuppe, z. B. wie ihr Alltag jetzt aussieht und wie sie sich die Zeit vertreiben. Dadurch wurden sie zum Sprechen angeregt. Wenn die Kinder nicht in der Kita sein können, kommen die Briefe der Handpuppe auch zu ihnen nach Hause. Die Kinder sind selbst aktiv geworden und haben zum Beispiel einen Briefkasten für die Handpuppe in der Kita aufgestellt, damit sie ihre Briefe dort abgeben kann.

 

Symbol Zitat

„Das Besondere an der Handpuppe ist, dass es auch gut unter den sich ändernden Bedingungen in der Corona-Pandemie und darüber hinaus einsetzbar ist. Was daraus geworden ist, beziehungsweise was die Kinder daraus gemacht haben, ist toll zu sehen. Ich bin mit wenig Vorstellungen reingegangen und das Team und die Kinder gestalten wunderschön mit.“

Birte Kruse, zusätzliche Fachkraft im Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ im Kinder- und Familienzentrum Zeppelinstraße in Bremen

 

Symbol Tipp

Planung flexibel gestalten und Ideen der Kinder aufgreifen

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie sind Pläne oft nicht eins zu eins umsetzbar. Hier können Fachkräfte ihren Fokus auf die Kinder richten: was wollen die Kinder besprechen? Was bewegt sie? Welche Ideen bringen die Kinder ein? Dabei können spannende Sachen herauskommen, die man sich vorher gar nicht vorstellen konnte.

 

Symbol Tipp

Die Handpuppe als Freund der Kinder   

Eine Handpuppe eignet sich sehr dafür, mit Kindern in Kontakt zu kommen. Neue Ideen und Impulse können Kinder von einer Handpuppe anders wahrnehmen als von Fachkräften oder Eltern. Bei der Wahl der Handpuppe sollte darauf geachtet werden, dass die Handpuppe einen Wiedererkennungswert hat und liebenswürdige und nicht perfekte Eigenschaften aufweist.

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