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Kindertagesbetreuung Kompakt – Ausbaustand und Bedarf 2020

In der sechsten Ausgabe von „Kindertagesbetreuung Kompakt“  veröffentlicht das Bundesfamilienministerium Daten zum Ausbaustand und zum Betreuungsbedarf in der Kindertagesbetreuung im Jahr 2020 sowie im Zeitverlauf. Die Corona-Pandemie hat das Jahr 2020 stark beeinflusst. Vielerorts wurden Kitas und Kindertagespflege zeitweise geschlossen. Die damit verbundenen Einschränkungen für Kinder und Eltern haben verdeutlicht, wie wichtig eine funktionierende Kindertagesbetreuung ist – für die Kinder, ihre Familien, aber auch die Wirtschaft. Unsere gesamte Gesellschaft profitiert von guten und verlässlichen Betreuungsangeboten. 

Zum Stichtag 1. März 2020 und damit vor den flächendeckenden Kita-Schließungen aufgrund der Corona-Pandemie besuchten 829.163 Kinder unter drei Jahren eine Kita oder Kindertagespflege. Das sind 10.736 Kinder mehr als im Vorjahr. Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen betrug am 1. März 2020 35,0 Prozent: Mehr als jedes dritte Kind besuchte eine Kita oder Kindertagespflege.

Bei den Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt lag die Betreuungsquote am 1. März 2020 bei 92,8 Prozent. Es besuchten 2.564.715 Kinder dieser Altersgruppe ein Angebot der Kindertagesbetreuung. Das sind gut 76.000 mehr als im Vorjahr. 

Auch die Zahl der betreuten Grundschulkinder ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: Zum Schuljahresbeginn 2020 wurden rund 1.634.000 Kinder in Hort- und Ganztagsschulangeboten gemeldet. Das sind 140.000 mehr als im Vorjahr und entspricht einer Betreuungsquote von 55 Prozent.

Exkurs: Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kindertagesbetreuung

Während der Corona-Pandemie sind Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebote durch Betreuungseinrichtungen massiv eingebrochen. Die aufgeführten Statistiken zum Ausbaustand und Betreuungsbedarf zum Stichtag 1. März 2020 erfassen diese Situation nicht. 

Ein Exkurs beleuchtet jedoch die besondere Situation von Kindern und Eltern zu Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020. Der Anteil der Eltern, die ihr Kind ausschließlich selbst betreuten, ist sowohl für Eltern von Kindern vor dem Schuleintritt als auch für Eltern von Grundschulkindern stark angestiegen. So wurden beispielsweise 82 Prozent der Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt, die vor der Corona-Pandemie ein Angebot der Kindertagesbetreuung besuchten, während des eingeschränkten Betriebs mit lediglich einem Notbetreuungsangebot ausschließlich von den Eltern betreut. Neben der fehlenden Betreuung in der Kindertagesbetreuung wurden auch weniger Kinder von Großeltern oder anderen privaten Helferinnen und Helfern betreut. Auch wenn im Verlauf des Öffnungsgeschehens die Betreuung durch Kitas und private Angebote stetig zu- und die alleinige Betreuung durch die Eltern wieder abnahm, betreuten während des eingeschränkten (Regel-)Betriebs und des Regelbetriebs (unter Pandemiebedingungen) noch 59 Prozent der Eltern ihre Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt ausschließlich selbst. Die Daten bilden die Entwicklungen von März bis Juli 2020 ab.

Betreuungsbedarf erfordert weiteren Ausbau

Trotz des Ausbaus der Kindertagesbetreuung gibt es weiterhin einen höheren Betreuungsbedarf. Grund hierfür sind die höheren Geburtenzahlen sowie der gesellschaftliche Wandel. 48,7 Prozent der Eltern von Kindern unter drei Jahren wünschten sich 2020 einen Betreuungsplatz für ihr Kind. Bei den Kindern von drei Jahren bis zum Schuleintritt sind es 96,8 Prozent der Eltern. 74 Prozent der Eltern von Kindern im Grundschulalter äußerten einen Betreuungsbedarf. Die Betreuungsangebote müssen folglich weiter ausgebaut werden.

90.000 zusätzliche Betreuungsplätze

Der Bund investiert stark in den Ausbau der Kindertagesbetreuung. Mit dem fünften Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2020-2021“ werden nochmals bis zu 90.000 neue Plätze für Kinder bis zum Schuleintritt geschaffen und qualitative Verbesserungen gefördert. Die Länder und Kommunen erhalten dafür zusätzlich eine Milliarde Euro. Die Mittel können auch für Umbaumaßnahmen und Investitionen in neue Hygiene- und Raumkonzepte verwendet werden, die aufgrund der Corona-Pandemie notwendig sind. 

3,5 Milliarden Euro für Investitionen für Bildungsinfrastruktur für Grundschulkinder

Mit dem „Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter“ (Ganztagsförderungsgesetz - GaFöG) wird ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter ab dem 1. August 2026 stufenweise eingeführt und der hierfür erforderliche Infrastrukturausbau unterstützt. Der Bund unterstützt den Ausbau der Betreuungsplätze intensiv mit bis zu 3,5 Milliarden Euro für Investitionen in Ganztagsschul- und Betreuungsangebote. Davon werden bereits 750 Millionen über das Investitionsprogramm zum beschleunigten Ausbau der Bildungsinfrastruktur für Grundschulkinder bereitgestellt. Auch an den laufenden Kosten wird sich der Bund beteiligen und damit die Länder unterstützen. Die Mittel sollen ab 2026 jährlich anwachsen und 2030 dann 1,3 Milliarden Euro pro Jahr erreichen. Der Bundesrat hat am 10. September 2021 dem GaFöG zugestimmt. Das Gesetz tritt in Kürze in Kraft.

Mehr Qualität in Kitas und Kindertagespflege

Gemeinsam mit den Ländern setzt sich der Bund außerdem für mehr Qualität ein. Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung („Gute-Kita-Gesetz“) beteiligt sich der Bund bis 2022 mit rund 5,5 Milliarden Euro an der Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagesbetreuung. 

Zusätzlich fördert das Bundesfamilienministerium die Qualitätsentwicklung durch mehrere Bundesprogramme. Große Bedeutung erlangen hierbei auch die pädagogischen Fachkräfte. Ein wirksamer Impuls für ein attraktives Ausbildungsmodell wurde mit der „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher: Nachwuchs gewinnen, Profis binden“ gesetzt. Durch das Programm gibt es nun erstmals in jedem Bundesland ein Angebot für eine vergütete Ausbildung. 

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