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Ausbildung & Studium - Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen

Wichtige Voraussetzung für gute Qualität in der Kindertagesbetreuung ist eine fundierte Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte. Die Förderung der Jüngsten ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, für die pädagogisch Tätige im Kita-Alltag zahlreiche Kompetenzen benötigen: In der Interaktion mit den Kindern, bei der Gestaltung frühkindlicher Bildungsprozesse, der Umsetzung der Bildungs- und Erziehungspläne der Länder, in der Zusammenarbeit mit Eltern und in vielen anderen Tätigkeitsbereichen. Eine Darstellung des Kompetenzprofils in der frühkindlichen Erziehung, Bildung und Betreuung finden Sie in der Expertise „Kompetenzen früh-/kindheitspädagogischer Fachkräfte im Spannungsfeld von normativen Vorgaben und Praxis" , die von Frau Prof. Dörte Weltzien und Herrn Prof. Klaus Fröhlich-Gildhoff im Auftrag der Arbeitsgruppe „Fachkräftegewinnung für die Kindertagesbetreuung" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt wurde.

Übersicht der verschiedenen Berufsabschlüsse

Erzieherinnen und Erzieher in Kindertageseinrichtungen haben eine zweijährige Ausbildung an einem sozialpädagogischen Berufskolleg oder ein einjähriges Praktikum absolviert. Daran schließt eine mindestens dreijährige Ausbildung an einer Fachschule oder einer Fachakademie für Sozialpädagogik an. Dieser Teil der Ausbildung beinhaltet weitere Praxisphasen in den verschiedenen Schwerpunkten und wird durch die jeweilige Fachschule unterstützend begleitet. Somit dauert die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin/zum staatlich anerkannten Erzieher insgesamt zwischen vier und fünf Jahren. Die Breitbandausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher umfasst verschiedene Arbeitsgebiete. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet die Arbeit in Kindertageseinrichtungen. Dort arbeiten Erzieherinnen und Erzieher teilweise mit sehr kleinen Kindern im Alter von wenigen Wochen bis hin zu Kindern kurz vor dem Schuleintritt. Sie unterstützen und beraten deren Familien in unterschiedlichen sozialen Lebenslagen. Erzieherinnen und Erzieher beobachten das Verhalten und Befinden der ihnen anvertrauten Kinder. Sie analysieren ihre Beobachtungen nach pädagogischen Grundsätzen und beurteilen den Entwicklungsstand, die Motivation sowie das Sozialverhalten. Auf dieser Grundlage erstellen sie langfristige Erziehungspläne und bereiten pädagogische Maßnahmen vor, die z. B. das soziale Verhalten oder die individuelle Entwicklung der Kinder fördern. Der enge Kontakt zu Eltern und anderen Erziehungsberechtigten sowie der Austausch über Ziele und Inhalte der pädagogischen Arbeit unterstützen die Bildungsprozesse der Kinder.

Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger haben eine zweijährige schulische Ausbildung und anschließend ein praktisches Anerkennungsjahr absolviert. Einige Bundesländer bieten die Ausbildung auch in praxisintegrierter dreijähriger Form an: Hier wechseln sich der Unterricht in der Fachschule und die praktische Ausbildung in der Praktikumsstelle ab. Inhalte der Ausbildung sind Elemente aus der Erziehungswissenschaft, Pädagogik, Psychologie, Krankenpflege, Logopädie, Medizin und der Gesundheits-, Musik- und Gestaltungserziehung sowie aus der Psychomotorik. Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger sind für die pädagogische und pflegerische Begleitung von Kindern mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung ausgebildet. Sie fördern und unterstützen das individuelle Leistungsvermögen und die Eigenständigkeit der Kinder, damit diese ihr Leben so selbstständig wie möglich führen können.

Die Ausbildungen zur sozialpädagogischen Assistentin/zum sozialpädagogischer Assistent bzw. zur Kinderpflegerin/zum Kinderpfleger sind landesrechtlich geregelte schulische Ausbildungen an Berufsfachschulen und Berufskollegs, die teilweise auch an anderen Bildungseinrichtungen angeboten werden. Je nach Bundesland führt die Ausbildung zu unterschiedlichen Abschlussbezeichnungen. Die Ausbildung dauert jeweils zwei Jahre und beinhaltet Praktika in Kindertageseinrichtungen, Kinderkrankenhäusern oder Jugendeinrichtungen. Kinderpflegerinnen und -pfleger betreuen und versorgen Kinder. Sie ergänzen oder ersetzen zeitlich begrenzt die Eltern und arbeiten eng mit anderen sozialpädagogischen Fachkräften wie Erzieherinnen und Erziehern, beispielsweise in Kindertageseinrichtungen, zusammen.

Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen (Diplom, Bachelor, Master) bzw. Pädagoginnen/Pädagogen (Diplom, Bachelor, Master) haben ein mindestens dreijähriges (Fachhochschule) bzw. vierjähriges (Universität) Studium mit unterschiedlichen Schwerpunkten absolviert. Zu den Themen gehören unter anderem: wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern, historische und gegenwärtige Entwicklungen elementar- und familienpädagogischer Institutionen sowie Grundlagen und Methoden der Qualitätssicherung und Evaluation. Ergänzend zum Studium ist ein mindestens halbjähriges Berufspraktikum obligatorisch.

Kindheitspädagoginnen/Kindheitspädagogen (Bachelor, Master) haben ein mindestens dreijähriges (Bachelor) bzw. fünfjähriges (Master) Studium der Kindheitspädagogik absolviert. Inhalte des Studiums sind u.a. die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern, Entwicklungspsychologie sowie Leitung und Management von Institutionen. Kindheitspädagoginnen und -pädagogen sind vorrangig in Kindertageseinrichtungen (in der Gruppe oder als Leitung) sowie in Schulen, Horten oder Kinder- und Jugendeinrichtungen tätig.

Zugangsvoraussetzungen

Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin/zum staatlich anerkannten Erzieher wird von den einzelnen Bundesländern im Detail unterschiedlich geregelt. Voraussetzung ist zumeist aber die mittlere schulische Reife oder ein gleichwertiger Abschluss. Teilweise ist ein zusätzliches Praktikum in einem berufsrelevanten Bereich notwendig. Einige Länder erwarten als Zugangsvoraussetzung eine berufliche Ausbildung (z.B. als Sozialassistent/in oder Kinderpfleger/in). Eine bundesweite Orientierung bilden Rahmenvereinbarungen der Kultusministerkonferenz und Beschlüsse der Jugendministerkonferenz.

Für die Studiengänge im Bereich der Kindheitspädagogik ist eine Hochschulzugangsberechtigung (Fachhochschulreife/Abitur) erforderlich. Mit längerer Berufserfahrung können auch staatlich anerkannte Erzieherinnen/staatlich anerkannte Erzieher ohne Abitur ein direktes oder berufsbegleitendes Hochschulstudium aufnehmen. Diese Reihenfolge der Qualifizierung wird oftmals bevorzugt, denn sie ermöglicht im Studium als auch in der späteren beruflichen Tätigkeit eine gute Verbindung von Theorie und Praxis. Eine Übersicht der Bachelor- und Master-Studiengänge in Deutschland bietet die Studiengangsdatenbank der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte.

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Junge mit Gitarre

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Der strukturierte Alltag und die kindgerechte Umgebung in Kitas und Tagespflegestellen erlauben Kindern mit Fluchthintergrund, sich sicher zu fühlen. Außerdem bieten Kinderbetreuungsangebote beste Voraussetzungen dafür, dass die Kinder rasch die deutsche Sprache lernen und Kontakte zu anderen Kindern knüpfen. mehr

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