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Bedarfsgerechter Ausbau erleichtert Familien den Zugang zur Kindertagesbetreuung

Interview mit Dr. Doris Schwiefert (Jugendamt Erfurt)

Dr. Doris Schwiefert ist amtierende Leiterin des Jugendamts der Stadt Erfurt und Abteilungsleiterin für den Bereich „Kinder- und Jugendförderung“. In dieser Funktion übernimmt sie neben organisatorischen Aufgaben auch die Verantwortung für amtsübergreifende Abstimmungen. 

Bundesweit kann noch nicht allen Familien, die dies wünschen, ein Betreuungsplatz für ihr Kind angeboten werden. Wie gestalten sich die Betreuungsquote und der Betreuungsbedarf aktuell in Ihrer Kommune?

Dr. Schwiefert: In unserer Kommune gibt es aktuell 104 Kindertageseinrichtungen und 84 Tagespflegestellen, die Betreuungsplätze anbieten. Die zum Stichtag 31. März 2016 ermittelte Betreuungsquote zeigt, dass in Erfurt rund 30 Prozent der unter Zweijährigen und fast 90 Prozent der Kinder im Alter von zwei Jahren bis zum Schuleintritt eine Kindertageseinrichtung besuchen oder in der Tagespflege betreut werden.

Im Bedarfsplan für 2016 wurde ermittelt, dass 10.333 Kinder einen Betreuungsplatz benötigen. Diesen Bedarf können wir mit den vorhandenen Einrichtungen gut abdeckt.

Wie stellen Sie sicher, dass alle Familien, die einen Betreuungsplatz für ihr Kind benötigen, auch einen Betreuungsplatz erhalten? Mit welchen guten Ansätzen fördern Sie den bedarfsgerechten Ausbau der Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege? 

Dr. Schwiefert: Aktuell haben Eltern zum einen die Möglichkeit, nach der Geburt des Kindes eine Krippen- bzw. Kita-Card im Jugendamt zu beantragen, mit der sie einen Betreuungsplatz im Stadtgebiet Erfurt auswählen können. Die Annahme der Krippen- bzw. Kita-Card in einer Einrichtung gilt seitens der Einrichtung als verbindliche Zusage zur Aufnahme des Kindes.

Zum anderen können Eltern zur Beratung und Unterstützung bei der Suche und Vermittlung eines Betreuungsplatzes die Informations- und Beratungsstelle für Familien mit Kindern im Jugendamt nutzen.

Seit August 2016 ergänzt das Kita-Online-Portal „Kita.Erfurt.de“ dieses bestehende Angebot. Eltern können dort ihren Betreuungsbedarf eingeben und erfahren unmittelbar, ob in der Wunsch-Kita noch ein passender Betreuungsplatz frei ist.

Für den bedarfsgerechten Ausbau der Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen gibt es in der Stadt Erfurt das „Programm zur Erhaltung und zum Ausbau von Betreuungsangeboten in Kindertageseinrichtungen“. Die Vorhaben reichen von Sanierungsmaßnahmen und Teilsanierungen bis hin zu Ersatzneubauten für Kindertageseinrichtungen. Das Investitionsprogramm sieht vor, die Bedingungen für die Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder zu verbessern bzw. weiterzuentwickeln und die Anzahl der Betreuungsplätze unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen weiter auszubauen.

Die Betreuung von Flüchtlingsfamilien ist momentan ein aktuelles Thema. Wie gewährleisten Sie, dass speziell Kinder mit Fluchthintergrund schnell einen Betreuungsplatz erhalten?

Dr. Schwiefert: Um den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder aus geflüchteten Familien zu gewährleisten, musste die aktuelle Bedarfsplanung angepasst werden. Das Jugendamt, die Träger der Kindertageseinrichtungen der Stadt Erfurt und das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport haben gemeinsam die Idee entwickelt, für drei Jahre die bestehenden Betriebserlaubnisse im Rahmen einer Allgemeinverfügung um fünf Prozent für alle Erfurter Kitas zu erweitern. Alle Träger von Kindertageseinrichtungen in Erfurt haben diesem Vorgehen zugestimmt. Auf Grundlage der Allgemeinverfügung stellen die Einrichtungen bis März 2019 zusätzlich 411 Betreuungsplätze ausschließlich für Kinder aus geflüchteten Familien bereit. 

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