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weil in Kleinen Großes steckt.

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Kinderlieder und -verse in der frühen Kindheit

Verse, Lieder und Reime - traditionelle sprachliche Bildung für die Kleinsten quer durch viele Sprachen

5.2 Kinderverse im deutschsprachigen Kulturraum

Im deutschen Sprachraum (Deutschland, Österreich, deutsche Schweiz, Südtirol) gibt es einen unglaublichen Reichtum an überlieferten Versen und Liedern für Kinder. Aus diesem großen Schatz ist allerdings nur noch ein kleiner Teil im Umlauf. Verschiedene Umstände haben das Vergessen begünstigt.

Kinderverse und Lieder geraten in Vergessenheit

  • Ein Teil der Verse und Lieder ist im Dialekt überliefert und wird nicht mehr genutzt, weil die Eltern und ErzieherInnen nicht mehr Dialekt sprechen. (Dies trifft für die deutsche Schweiz nicht zu, weil in der Familie und im Kindergarten Schweizerdeutsch gesprochen wird.)
  • Es werden Aktivitäten und Berufe besungen, die bei den Eltern nicht mehr bekannt sind (Müller, Küfer, Kutscher).
  • Manche Verse sind recht unzimperlich und deftig, es wird mit Tod und Teufel gereimt. Das wird von Eltern und ErzieherInnen nicht mehr geschätzt.

    Schmied, Schmied mit dem Hammer
    Jag den Teufel aus der Kammer
    Jag ihn in ein Eck
    Dass er bald verreck!

  • Manche Verse bauen auf dem nur halb verstandenen Lateinisch der früheren Messe in der katholischen Kirche auf. Da die Messe nicht mehr in Latein zelebriert wird, haben diese Verse ihren Spaß eingebüßt:

    Wenelaus
    Amoris
    Trux
    Pax
    Totis

    Auflösung:

    Wenn eine Laus am Ohr ist,
    drücken, packen, tot ist sie.

  • Verse und Lieder werden heute vermieden, weil sie rassistisch sind ("C A F F E E, trink nicht so viel Kaffee, nicht für Kinder ist der Türkentrank (...) sei doch kein Muselman, der ihn nicht lassen kann". oder "Ist die schwarze Köchin da? Nein, nein, nein (...)". Die schwarze Köchin wird am Schluss des Singspiels ausgelacht).
  • Möglicherweise ist das Vers- und Liedgut in vielen Familien gänzlich in Vergessenheit geraten, weil es dafür in der Hektik des Alltags keinen Platz mehr gibt, oder weil die Geräusche vom dauernd eingeschalteten Fernseher die Spiele mit Versen unmöglich machen.

Trotz allem haben viele Verse und Lieder die Zeit überdauert und es sind unglaublich köstliche neue Lieder- und Versbücher sowie CDs für Kinder dazugekommen, die mit "heutigen" Liedern (auch von Dinosauriern und Robotern) und lustigen Reimen die Kinder zum kreativen Umgang mit Sprache, zu Sprachspielereien und zum Weiterdichten anregen.

Welchen Stellenwert haben Kinderverse und -lieder heute im deutschen Sprachraum?

Entgegengesetzte Tendenzen sind zu beobachten:

CDs und viele andere Medien verdrängen das Singen mit den Kindern, und gleichzeitig regen geeignete Kindersendungen und wunderschöne CDs zum Singen an.

Früher wurden Kinderverse, Lieder und Singspiele oft auf der Straße von größeren Kindern übernommen und gemeinsam gespielt. Heute trifft das noch zu bei den vielen Auszählversen und ganz besonders bei den Klatschversen.

O mulle mulle mai
Makaroni futschi dai
Papagei gei ei
Slowakei

Oder:

In einer chinesischen Eisenbahn
Da fuhr ein chinesischer Gockelhahn
Er rief: Himmeldonnerwetter der Professor
Mit dem goldenen Messer
In der Universität
Halt
Stopp

Heute werden Verse und Lieder mehr über die Institutionen (Krippen, Kitas und Kindergärten) übermittelt. Allerdings ist mir auch da aufgefallen, dass Verse weniger oft im Tagesablauf eingebaut werden, als noch vor einigen Jahren. Vielleicht kennen die jungen ErzieherInnen nicht mehr so viele Verse und Lieder, oder sie finden neben all den anderen Anforderungen die Zeit nicht dazu.

In wissenschaftlichen Kreisen legt man heute viel Wert auf die Sprachförderung von sehr kleinen Kindern. Der kreative Umgang mit Sprache, die Fabulierlust, der Spaß mit der Sprache und ein "Sprachblödeln" sind salonfähig geworden und die Wichtigkeit von Kinderversen ist neu anerkannt. So gibt es keine Kinderzeitschrift ohne Kindervers und Frühförderprogramme (wie z.B. Opstapje) beziehen Verse und Lieder ein.

Werden in Deutschland und in der Schweiz noch Kinderverse und -lieder in der Familie gebraucht?

Weil ich wissen wollte, ob in den jungen Familien noch mit Kinderversen und -liedern gespielt, beruhigt und gelacht wird, habe ich eine kleine, nicht repräsentative Umfrage gestartet. Nicht repräsentativ, weil keine schulbildungsfernen Eltern dabei sind, alle Befragten einen kreativen Beruf ausüben und über ein Studium oder eine ähnliche Ausbildung verfügen.

Die Umfrage bei zwölf Müttern und Vätern von kleinen Kindern in Deutschland und der deutschen Schweiz zeigt:

  • Kinderlieder und -verse gehören zum täglichen Leben.
  • Alle Eltern erzählen vom abendlichen (manchmal auch Nächte langen) Herumtragen und Wiegen und Singen von Schlafliedern.
  • Eine Mutter gesteht ein, dass sie sich nur an die Melodie eines Schlafliedes erinnert, den Text erfindet sie spontan immer neu. Oft singe sie, was sie am Tag alles gemacht habe.
  • Eine Mutter erzählt, bei ihrem Kind genüge ein einziges Schlaflied, einmal gesungen. Aber wehe, wenn sie ein anderes Lied singen möchte, dann wolle ihr Kind auch nicht einschlafen.
  • Ein Vater sagt, bei seiner Tochter genüge eine Spieldose zum einschlafen. Dafür möge sie am Tag gerne Lieder.
  • Eine Mutter sagt, sie singe ihrem Sohn "Der Mond ist aufgegangen" vor. Bei anderen Liedern hätte sie die Melodie übernommen, den Text aber abgeändert, weil er ihr zu religiös war.
  • Eine Mutter singt ihrer Tochter englische Lieder, die sie im Englischunterricht gelernt hatte, vor und sie hoffe, so ihr Englisch nicht zu vergessen.
  • Bei allen befragten Eltern mögen es die Kinder, wenn sie zu einem Vers auf den Knien reiten dürfen. Überall wird zu Fingerversen an den Fingerchen gezupft, es wird "Alle meine Entchen" gesungen und "Häschen in der Grube".
  • Fünf der befragten Eltern haben ein Versbuch gekauft. Eine Frau hat noch das alte Liederbuch aus ihrer eigenen Kinderzeit. Eine Frau sagte, dass sie es immer vorhätte, ein Buch zu suchen, sie sei aber bis heute noch nicht dazu gekommen.
  • Drei Eltern haben durch die Krippe ihrer Kinder neue Kinderlieder kennen gelernt, welche die Kinder auch zu Hause singen wollen.

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Erstellt von: DJI (Deutsches Jugendinstitut)



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[http://www.fruehe-chancen.de/schwerpunkt_kitas/dok/584.php] - 23.04.2014
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