Gute Kinderbetreuung:
weil in Kleinen Großes steckt.

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Sprachliche Bildung und Förderung für Kinder unter Drei

4. Sprachliche Bildung und Förderung von Kleinkindern als pädagogische Querschnittsaufgabe

4.3. Alltagssituationen und ihre sprachförderlichen Potenziale

Um sprachliche Bildung und Förderung in den Kita-Alltag zu integrieren, ist es wichtig für pädagogische Fachkräfte, die sprachlichen Potenziale des Alltags zu (er)kennen. Gemeinsam mit den Fachkräften der Projekteinrichtungen nahmen wir daher eine Reihe von Alltagssituationen im Tagesablauf unter die "Sprachlupe":

  • Worin unterscheiden sich diese Alltagssituationen unter sprachlichen Gesichtspunkten?
  • Auf welche Weise wird Sprache in diesen Situationen verwendet? Geht es z.B. primär darum, Kinder sprachlich aufzufordern und zu motivieren: "Schön vorne und hinten die Zähne putzen", oder geht es um die Gestaltung kommunikativer Situationen wie beim gemeinsamen Betrachten von Fotos?
  • Wie und wozu setzen jüngere und ältere Kinder bis zu drei Jahren Sprache ein? Bietet sich die Situation z.B. für einen Babbel-Dialog oder für ein Gespräch über vergangene Erlebnisse an?
  • Wie können Alltagssituationen gezielt so gestaltet werden, dass sie sprachliche Anregungen und Sprechanlässe für Kinder bieten?
  • Was muss man beachten, um Alltagssituationen in der Kita nicht mit Sprache zu überfrachten und die für die Kinder wichtigen Inhalte und Tätigkeiten nicht aus dem Blick zu verlieren?

Sprache wird im Alltag auf unterschiedliche Weise wichtig

In den meisten Alltagssituationen spielt Sprache nonverbal und/oder verbal für Fachkräfte und Kinder eine wichtige Rolle. Bei genauer Betrachtung einzelner Situationen unter den oben genannten Fragestellungen fanden wir Unterschiede in der Art und Weise des Gebrauchs von Sprache. Zwei Typen von Situationen kristallisierten sich dabei heraus:

In ritualisierten Standardsituationen zum Beispiel, wie Essen oder Wickeln, wird Sprache für Fachkräfte wichtig, um sich mit den Kindern über Abläufe in alltäglichen Situationen zu verständigen und um das weitere Vorgehen anzukündigen und abzusichern. Standardsituationen sind für die pädagogische Arbeit mit Kleinkindern von großer Bedeutung. Sie sind immer Beziehungssituationen und bieten soziale Erfahrungsräume für die Kinder. Die Kinder können über die alltäglichen Erfahrungen ihr Handlungswissen erweitern und eignen sich damit auch Wissen über die Einrichtungskultur an. Sie erfahren zudem etwas darüber, wie Kinder und Erwachsene und auch Kinder untereinander miteinander umgehen. In Standardsituationen haben die Kinder also vielfältige Möglichkeiten, wichtige Bildungserfahrungen zu machen. Die regelmäßig wiederkehrenden Situationen verdienen daher einen zentralen Platz und viel Zeit im Kita-Alltag.

Viele Aktivitäten von Kleinkindern im Kita-Alltag sind maßgeblich durch verschiedene Formen des kindlichen Spiels geprägt. In diesen Spielsituationen ist das Spektrum der Gestaltungsmöglichkeiten für Kinder und Fachkräfte größer als in Standardsituationen, da Intention und Verlauf von den Interessen und Handlungsvarianten der Kinder abhängen. Fachkräfte setzen Sprache ein, um kindliche Aktivitäten sprachlich zu deuten und zu begleiten, um Kinder zu motivieren und anzuregen, um ihnen etwas zu erzählen oder um mit Kindern über spannende Dinge oder Ereignisse ins Gespräch zu kommen.

Bei der Planung von Aktivitäten wie Spaziergängen, Malen oder Bewegungsspielen kommt es vor allem darauf an, an den kindlichen Interessen anzuknüpfen und die Erfahrungen bzw. Entwicklungsvoraussetzungen von Kindern zu berücksichtigen. Diese Orientierung an den kindlichen Handlungsmöglichkeiten und dem jeweiligen Entwicklungsstand ist die Voraussetzung dafür, dass solche Aktivitäten sprachlich anregend und motivierend sind. Weitere Anregungen zur Unterstützung der "Bewegungsentwicklung und Sprache bei Kindern von 0-3 Jahren" (LINK Expertise, pdf nicht barrierefrei) finden Sie in der gleichnamigen Expertise von Nicola Böcker.

Freie Spielsituationen bieten Kindern die Möglichkeit, eigenen Bedürfnissen, Entdeckungen und Empfindungen nachzugehen. Sie können andere in Ruhe beobachten oder sich mit spannenden Objekten ihrer Wahl auseinandersetzen und diese erkunden. Sie können sich körperlich erproben und ihre eigenen Fähigkeiten entdecken und je nach Alter auch schon sprachlich zum Ausdruck bringen (z.B. Bewegungserfahrungen auf dem Spielplatz: "Ich bin sneller").

Beobachtungen von Kindern zeigen, dass für sie je nach Situation andere Aspekte von Sprache bedeutsam sind. In Standardsituationen ist es ihnen zum Beispiel häufig wichtig, dabei zu sein. Deshalb machen sie mit Sprache auf sich aufmerksam und teilen ihre Wünsche und Bedürfnisse mit. Zugleich sind diese Situationen für sie Gelegenheiten, um sich mit ihren nonverbalen und verbalen Handlungsmöglichkeiten zu behaupten und um die eigene Persönlichkeit in Szene zu setzen. In Spielsituationen ist es dagegen für Kleinkinder faszinierend, mit Gestik und Wörtern auf etwas hinzuweisen, Personen, Dinge und Ereignisse zu benennen und später auch Zusammenhänge, die sie entdecken, sprachlich zum Ausdruck zu bringen. Und bei den Größeren der Kleinen wird in Spielsituationen die verbale Sprache ganz wichtig, um mit anderen Kindern gemeinsam Spiele zu gestalten.

Die verschiedenen Facetten von Sprache gilt es, im Alltag nicht nur zu entdecken, sondern die Gestaltung des Alltags auch darauf auszurichten. Dafür bietet der tägliche Ablauf in einer Kita unterschiedliche Voraussetzungen und Möglichkeiten. In der gemeinsamen Arbeit mit den Projekteinrichtungen haben wir die spezifischen sprachlichen Handlungsmöglichkeiten von Kindern und Fachkräften in Standard- und Spielsituationen herausgearbeitet.

Diese wollen wir hier anhand von ausgewählten Beispielsituationen veranschaulichen. Weitere Beispiele und eine ausführliche Analyse der Sprachförderpotentiale unterschiedlicher Alltagssituationen finden Sie im Praxismaterial (LINK 1. Einführung)

  • Beispiel Standardsituation Wickeln

    Ein Beispiel für die Standardsituation "Wickeln":

    Nele und der Presslufthammer

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    • Beispiel Spielsituation Spaziergang Schaufensterbummel

      Ein Beispiel für eine Spiel- und Lernsituation außerhalb der Kita:

      Spaziergang im Ort mit Schaufensterbummel

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      • Beispiel Spielsituation Rollenspiel

        Ein Beispiel für eine freie Spielsituation:

        "Die heißen Kastanien" - Sprache erproben im Dialog mit der Fachkraft

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        • Beispiel Spielsituation Spontangesang

          Ein Beispiel für eine Spielsituation: Spontangesang - durch Musik die sprachliche Entwicklung unterstützen

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Erstellt von: DJI (Deutsches Jugendinstitut)

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[http://www.fruehe-chancen.de/schwerpunkt_kitas/dok/639.php] - 23.07.2014
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