Gute Kinderbetreuung:
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Sprachliche Bildung und Förderung für Kinder unter Drei

4. Sprachliche Bildung und Förderung von Kleinkindern als pädagogische Querschnittsaufgabe

4.2. Mit jungen Kindern im Dialog
Spracherwerb und der Ausbau sprachlicher Fähigkeiten vollziehen sich im bedeutungsvollen Dialog mit den wichtigsten Bezugspersonen eines Kindes. Viele Untersuchungen zur Kommunikation zwischen Eltern und Kind, aber auch zwischen Erzieher/inne/n und Kind zeigen, welch wichtige Rolle der Dialog für den Spracherwerb in den ersten Lebensjahren darstellt. Verschiedene Studien haben sich damit beschäftigt, welches Dialogverhalten der erwachsenen Bezugspersonen - und somit auch der pädagogischen Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen - den kindlichen Spracherwerb unterstützen kann. Die Ergebnisse zeigen, dass sich ein Dialogverhalten, das zum einen erweiternd (elaborierend) und zum anderen feinfühlig (responsiv) ist, positiv auf die kindliche Sprachentwicklung auswirkt. Um Kindern im Rahmen des Dialogs beiläufig ein erweiterndes Sprachangebot zu bieten, benötigen Fachkräfte theoriegestütztes Wissen zum frühen Spracherwerb. (Link: 3.2. Die fünf Etappen im Spracherwerb)

Wenn Kleinkinder ihre Umgebung erkunden und eigene Handlungsmöglichkeiten erproben, ist es der/die kompetente Gesprächspartner/in, der/die dem Kind die Sprache liefern kann, die zu seinen Aktivitäten gehört. Mit ihrer bis zum Ende des ersten Lebensjahres erworbenen Fähigkeit zur geteilten Aufmerksamkeit können Kinder mit ihren Bezugspersonen über eine Sache, mit der sie sich gerade beschäftigen, in den Dialog treten. Ein feinfühliges Verhalten ist für den Spracherwerb besonders begünstigend, es wirkt sich also positiv aus, wenn pädagogische Fachkräfte dem Interesse des Kindes folgen und ihre Aufmerksamkeit gemeinsam mit dem Kind auf das richten, was es gerade fasziniert und interessiert. Einem Kind in den ersten drei Lebensjahren bieten sich die besten Sprachlernsituationen, wenn sich der/die Erwachsene den Interessen des Kindes anpasst und sprachlich kommentiert, womit sich das Kind beschäftigt. Die Bereiche, mit denen sich Kinder von sich aus intensiv auseinandersetzen, bieten ein wesentlich größeres Potenzial für den Spracherwerb, als wenn die erwachsenen Dialogpartner/innen versuchen, eine neue Tätigkeit oder einen anderen Gegenstand ins Spiel zu bringen. Studien zur Wortschatzentwicklung in den ersten Lebensjahren zeigen u.a., dass Kinder einen größeren Wortschatz aufweisen, wenn ihre erwachsenen Bezugspersonen sich an der Aufmerksamkeitsausrichtung des Kindes orientieren.

Weitere wichtige Aspekte einer feinfühligen Dialoghaltung beziehen sich auf die Herstellung eines wechselseitigen Austausches, der dem Kind Raum und Zeit gibt, Sprache eigenaktiv zu verwenden. Es geht also nicht darum, einem Kind so viel Sprache wie möglich zu liefern, sondern Kindern Gelegenheiten zu bieten, sich in den Dialog sprachlich und nonverbal einzuklinken.

Außerdem gilt es im sprachpädagogischen Dialog mit Kleinkindern, den Einsatz stimmlicher und körpersprachlicher Aspekte (wie z.B. Blickkontakt, zugewandte Körperhaltung, stimmliche Betonung) gezielt zu reflektieren und zu analysieren, wie diese Faktoren den Spracherwerb in den ersten drei Lebensjahren sinnvoll unterstützen können. Auch die sprachlichen Angebote, die pädagogische Fachkräfte Kleinkindern beiläufig im Rahmen authentischer Dialoge machen, sollten Teil der Reflexion sein.

Das vom Deutschen Jugendinstitut entwickelte Praxismaterial stellt theoriegestützte Wissensbausteine, Beispiele aus der Praxis und Leitfragen für die gezielte Reflexion der Dialoghaltung bereit.



Erstellt von: DJI (Deutsches Jugendinstitut)

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[http://www.fruehe-chancen.de/schwerpunkt_kitas/dok/496.php] - 19.04.2014
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