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Welche Impulse setzt der Qualitätsentwicklungsprozess für die Praxis?

Fachforum zu Qualität in der Kindertagesbetreuung auf dem 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag

Wie wirken sich die gemeinsamen Qualitätsziele von Bund und Ländern schon jetzt auf die Praxis aus? Wie geht es weiter im Qualitätsentwicklungsprozess? Und was erwartet die Praxis von Bund und Ländern? Diese Fragen wurden im Fachforum „Frühe Bildung weiterentwickeln – Impulse für die Praxis durch den Bund-Länder-Qualitätsprozess“ auf dem 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Düsseldorf diskutiert. Veranstaltet wurde das Fachforum vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretärs im BMFSFJ, eröffnete das Fachforum mit einem Grußwort. Er betonte, dass der Qualitätsentwicklungsprozess von Bund und Ländern eines der zentralen Vorhaben seines Ministeriums ist.

Der im November verabschiedete Zwischenbericht ist ein wichtiger Meilenstein der Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung: Zum ersten Mal einigten sich Bund und Länder auf gemeinsame Qualitätsziele. Erfolgsfaktor war, so Marion Binder, Referatsleiterin im BMFSFJ, der partizipative Charakter des Prozesses. Der Bericht entstand nicht „im Elfenbeinturm“, sondern in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden und mit Beratung durch ein Gremium aus Expertinnen und Experten aus Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft und Praxis. Dadurch stößt der Bericht fast überall auf große Zustimmung – so haben z. B. 27 Verbände eine Erklärung unterzeichnet, in der sie die von Bund und Ländern erzielten Ergebnisse begrüßen. Doch auf diesen Lorbeeren möchten sich Bund und Länder nicht ausruhen. Als nächstes werden die Eckpunkte für ein Qualitätsentwicklungsgesetz auf der Jugend- und Familienministerkonferenz im Mai 2017 beraten. Und schließlich soll das Gesetz in der nächsten Legislaturperiode verabschiedet und umgesetzt werden.

Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, berichtete aus dem Bundesprogramm „Qualität vor Ort“: Auf 50 bundesweiten Dialogveranstaltungen und in einer Online-Umfrage wurde erhoben, was die Praxis braucht, um die Qualität weiterzuentwickeln. Die Ergebnisse untermauern die Qualitätsziele des Zwischenberichts: Fachkräfte brauchen mehr Zeit. Sie arbeiten mit großem Engagement, doch Zeit ist im Kita-Alltag ein knappes Gut. Mehr Fachkräfte, gute Fachkraft-Kind-Schlüssel und eine starke Leitung sind Voraussetzungen dafür, dass Fachkräfte die vielen Anforderungen, die an sie gestellt werden, erfüllen können.

Aber muss Qualität nicht auch aus Kindersicht betrachtet werden: Was macht für Kinder eine gute Kita aus? Eine Antwort darauf gab Prof. Dr. Iris Nentwig-Gesemann von der Alice Salomon Hochschule Berlin. Sie stellte spannende erste Ergebnisse ihrer Studie „Kita-Qualität aus Kindersicht“ vor, die im Rahmen von „Qualität vor Ort“ durchgeführt wurde. Fast 80 Kinder wurden gefragt, was sie an ihren Kitas mögen und was sie stört. In einer guten Kita, in der Kinder sich wohlfühlen, werden ihre Grundbedürfnisse nach Zugehörigkeit, Kompetenzerleben und Autonomie erfüllt. Die Selbst- und Mitbestimmungsrechte der Kinder werden anerkannt und ihr Explorations- und Welterkundungsdrang nicht behindert, sondern angeregt.

An der anschließenden Podiumsdiskussion mit Dr. Ralf Kleindiek und Dr. Heike Kahl Domkapitular Clemens Bieber vom Bundesverband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder, Jörg Freese vom Deutschen Landkreistag und Manfred Walhorn, Abteilungsleiter im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen beteiligte sich auch das Publikum rege.

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